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Kapitel 51

~Gustavs Sicht~

Fest drücke ich meine Lippen auf seine und kralle meine Finger in das Stoff seines Hemds. Diese Nähe,  danach sehne ich mich so sehr. Ich will ihn anfassen. Ich will ihn spüren, aber warum ist das nur so kompliziert? Unter dem festen Kuss ringt ein Schluchzen über meine Lippen, das ich trotz aller Mühe nicht zurückhalten kann. Leise. Fast tonlos. Und ohne Tränen. Liebe macht einen sehr verletzlich. Obwohl die Liebe ein schönes Gefühl ist, bringt sie auch Schmerz und Kummer mit sich. Der Kuss hält nicht lange an. Unsere Lippen trennen sich und mit geschlossenen Augen presse ich meine heiße Stirn an die von Bill.

„Es tut mir leid“, hauche ich schließlich. So schwach. Vier Worte, die niemals in der Lage sein werden die Tiefe meines Bedauerns auszudrücken. Eine Bindung kann nicht nur aus Liebe bestehen. „Meine Worte sind ernst gemeint.“ Nun öffne ich die Augen einen Spalt, um in die brauen Augen meines Gegenübers zu schauen. Sie sind groß und klar. Wunderschön. „Diese Beziehung hat keine Chanc. Nicht, wenn wir so sehr im Rampenlicht stehen.“ Meine Worte sind nicht mehr als ein Krächzen. Ich kann selbst kaum glauben was ich da sage. Meine ich es tatsächlich so ernst? Will ich wirklich auf die Liebe dieses tollen Menschen verzichten? Aber wie sollen wir es schaffen? Die Presse wird uns nicht in Frieden lassen, der daraus entstehende Stress bietet nur wieder Futter für weitere Auseinandersetzungen.

„Nein“, flüstert Bill und schüttelt minimal den Kopf. Ich sehe und spüre wie vereinzelte Tränen sich aus seinen Augenwinkeln lösen und heiß über das Gesicht rollen. Ich kann es kaum ertragen ihn so leiden zu sehen. Wir hätten es von Anfang an nicht so weit kommen lassen dürfen. Unser Verhältnis hätte sich zu keiner Beziehung entwickeln dürfen. Nicht, wenn wir in einer gemeinsame Band sind. Beziehungen in einer Band gehen nie gut und sind für die Atmosphäre innerhalb der Gruppe nicht gut.

„Lass uns den Streit einfach vergessen!“ Ein verzweifelter Ton schwingt in Bills Stimme mit, die von Tränen geprägt ist. Sanft küsse ich seine feuchte Wange, lasse meine Hand in seinen Nacken wandern und kraule die weiche Haut. „Lass uns ganz von vorn Anfang, lass es uns neu versuchen“, spricht er immer und immer wieder, was schon fast wie eine Beschwörung klingt. Von Schluchzern gepackt zittert sein Körper, während hingegen ich ganz still da sitze. Ich habe keine Ahnung was ich fühlen soll und weiß nicht mehr was das Richtige ist. Wusste ich es überhaupt jemals?

Bill presst ein weiteres Mal für ein paar Sekunden seine salzigen Lippen auf meinen Mund. Du hast so schöne weiche Lippen. „Ich will dich nicht verlieren.“ Leise schwingen diese Worte zu mir durch.

Ein quälendes Gefühl durchzuckt mich. Ich will ihn doch auch nicht verlieren, nicht nachdem wir nach unglücklichen Ereignissen und einigen Mühen endlich zueinander gefunden haben. Aber immer gefolgt von einem Streit.  Was ist, wenn wir uns überschätzt haben, wenn wir uns in etwas gestürzt haben, das wir nicht bewältigen können!? Vielleicht haben wir uns mit dieser Bindung zuviel zugemutet? Woher kommen nur all diese Zweifel? Nach unserem Streit im Cafe sind sie mit einem Schlag alle wieder da und schwirren nun ungestillt in meinem Kopf rum.

„Die Presse wird uns jagen sobald sie hiervon erfahren. Sie werden versuchen jedes kleine schmutzige Detail unserer Beziehung herauszufinden, bis sie alles wissen. Sie werden keine Ruhe geben.“

Nun durchdringt die Verzweiflung das Taubheitsgefühl und gräbt sich tief in mein Herz.

„Na und“, faucht Bill erstaunlich heftig und beißt mir fest in den Hals. Stöhnend drücke ich reichlich wirkungslos gegen seine Brust, um ihn von mir zu drücken. Bill lässt nicht locker und küsst danach die geschundene Stelle. „Ignorier doch einfach diese scheiß Pressefutzis.“ Seine Lippen wandern zu meiner empfindlichen Stelle hinter dem Ohr und jagen eine Gänsehaut nach der Anderen über meine Haut.

„Wir haben im Cafe bereits zu viel Aufmerksamkeit auf uns gelenkt. Sicherlich haben einige Schaulustige tolle Fotos geschossen und einige haben Dinge gehört, die nicht für ihre Ohren bestimmt waren“, ächze ich mich bemühend bei Verstand zu bleiben, während Bill unermüdet sein Vorhaben weitergeht.

„Sollen sie doch. Soll doch die ganze Welt wissen was zwischen uns ist. Warum sollten wir Rücksicht nehmen und uns selbst damit unglücklich machen!“ Seine Tränen sind versiegelt, die Augen rot aber gezeichnet mit einem Funkeln, die mich herausfordernd anschauen. Solle nicht zumindest einer bei Verstand bleiben und im Blick behalten, dass Unbefugte nicht allzu viel mitbekommen? Wann kam es zu dem Punkt an dem diese Bürde allein auf mich übersprang? Warum füge ich mich dieser Qual?

Bills Taten sind fahrig und lassen mich nicht so kühl wie ich es gern hätte. Fest beiße ich mir auf die Lippen, um ein weiteres Stöhnen zu verkneifen, als Bills Hände gezielt unter meinem T-Shirt verschwinden und über Bauch und Brust streichen. Unbemerkt löst sich eine Träne aus meinem Auge und rollt langsam und still die Wange hinunter. Gleichzeitig  begeben sich Bills Lippen zielstrebig an meine Brustwarzen. „Bill…“, hauche ich kraftlos. Doch dieser sagt kein Wort, kommt stattdessen zu mir hoch, sieht die Träne und leckt sie weg. Wie hypnotisiert starre ich in seine entschlossenen  Augen und lasse mich von ihm auf die Matratze nieder drücken. Mit einem mulmigen Gefühl gleite ich nach hinten.  Irgendetwas gefällt mir an dieser Sache nicht. Aus einer Kurzschlussreaktion heraus greife ich nach Bills Hände, die ihre Wanderschaft über meine Brust fortfahren wollen, und hauche leise: „Nicht!“ Es klingt nicht sehr überzeugend.

Milde lächelt Bill und platziert einen kleinen Kuss auf meine Nasenspitze. „Schalte endlich mal das da…“ Er befreit einer seiner Hände und tippt mir auf die Stirn. „…mal ab! Willst du es nicht auch!?“ Wortlos verfalle ich der Betrachtung und muss tatsächlich eingestehen, dass er vollkommen Recht hat. „Ja, das will ich. Ich will es so sehr“, meine ich erregt, ziehe Bill mit einem Ruck an der anderen Hand zu mir, sodass sich unsere Lippen hart treffen. „Aber wenn..:“, kann ich es nicht ganz lassen und kassiere dafür gleich einen Schlag in die Rippen. „Kein aber, hörst du? Jetzt ist egal was morgen ist. Lass und das hier und jetzt einfach genießen.“ Dieser Plan hört sich wirklich gut an. Frühestens morgen wir uns David die Hölle heiß machen, also können wir ruhig diesen Moment genießen. Bald werden sie lachen und tuscheln, aber nichts kann uns aufhalten, nicht jetzt, wo ich dich liebe.

Tief sinke ich in die Matratze und spüre wie sich mein Körper entspannt. Die letzten Wochen und Monate waren so turbulent, wir konnten uns keinen Moment der Ruhe gönnen. Und auch wenn wir beide wissen, dass uns Ruhe noch lange nicht vergönnt ist, nehmen wir diesen Augenblick und… „…denke nicht an morgen!“, vollendet Bill meine Gedanken. „Oh Gott, ich liebe dich“, entfährt es mir sogleich heftig während ich nach seinem Oberteil greife und es ihm mit seiner Hilfe über den Kopf streife. Bills Lippen ziert ein breites Lächeln. Schmunzelnd beugt er sich herunter. „Es genügt, wenn du mich Bill nennst“, erwidert er sichtlich amüsiert und der anfängliche Kummer, der über unseren Köpfen lag ist verschwunden. Der sinnlose Streit ist vergessen. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern um was es ging. Es war etwas vollkommen Belangloses und as wir uns hineingesteigert haben. Ich bin mehr als froh, dass das vergessen ist. Leise lachend nehme ich sein Gesicht in beide Hände und hauche ihm einen zarten Kuss auf die roten Lippen. „Ich liebe dich auch“, fügt er bei, das mein Herz schneller schlagen lässt.

„Wir klingen total schnulzig, hast du das bemerkt“, kann ich mir den Kommentar nicht verkneifen und Bill nickt kräftig. „Oh ja! Würde ich uns mit den Augen eines anderen betrachten, würde ich die Augen verdrehen. Aber wir dürfen das, wir sind verliebt!“ Wir brechen beide in lautes Gelächter aus, während Bill dadurch etwas auf meinem Schoß ruckelt. Ein tiefes Stöhnen entgleitet mir.

Bill macht ein viel sagendes Gesicht „Da hätten wir doch fast etwas vergessen.“ Seine Stimme ist plötzlich rau. Genüsslich schließt er die Augen und reibt absichtlich einige Male unsere Lenden aneinander. Mir wird heiß, mein Blut schießt in meinen Schoss, dass ich laut in den Ohren rauschen höre. Bills Stöhnen erfüllt mich mit einem Hochgefühl. Und auch meinen Augen traue ich kaum, als Bill plötzlich mit langsamen Bewegungen mein Hemd aufknöpft, das dann fast geräuschlos auf den Boden sinkt. Bills nackter Oberkörper hebt und senkt sich aufgeregt. Dann greift er nach meiner Hose, öffnet auch diese mit wenigen Bewegungen. Und als er sie mir über die Hüften streicht, schließe ich die Augen, lasse den Kopf nach hinten in den Nacken fallen und amte geräuschvoll aus. Mein Pulsschlag erhöht sich und als ich merke, dass Bill von mir ablässt öffne ich wieder die Augen. Mit offenem Mund sehe ich, wie Bill sich weiter entkleidet und mir dann gezielt in den Schoss greift.  Mit zitternder Hand greife ich nun auch zwischen seine Schenkel. Wir streicheln uns gegenseitig während die Spannung zwischen uns wächst. Wir küssen uns heftig und lassen unseren Gefühlen freien Lauf. Ich spüre seine Haut auf meiner, spüre seinen erregten zitternden Körper und schmecke die kostbaren Lippen.

„Ich will dich“, flüstert Bill rau. Dabei küsst er mich zielstrebig hinter dem Ohr. Ich nicke still und fühle wie er mich überall streichelt und  küsst. Ohne zu zögern dreht es sich kurz zum Nachtschrank um und holt Kondom und Gleitgel heraus. Mein Kopf ist so vernebelt, das meine Berührungen eher völlig ziellos über die glatte Haut meines Gegenübers fahren. Eine Wärme durchströmt meinen Leib und schließlich kann ich mich einfach fallen lassen. Unsere Amtung beschleunigt sich, und als ich vorsichtig unsere Position wechseln möchte, hält mich Bill mit kräftigen Griffen davon ab. Wer hätte vermutet, dass hinter dieser schmalen Person so viel Kraft steckt?!

„Ich will mit dir schlafen. Verstehst du?“ Es klingt bittend und auch ein wenig verzweifelnd. Ich nehme kaum richtig wahr welche Bedeutung hinter diesen Worten steckt, zwar überkommt mich kurz die Furcht, dennoch nicke ich mit Lust verschleierte Augen. Schließlich bemerke ich Bills schlanke Finger an meiner empfindlichen Stelle am Gesäß. Ich zucke kurz zusammen, doch die beruhigenden Worte die mein Freund mir zuspricht lassen mich erstaunlich schnell wieder zur Ruhe kommen. Was er genau sagt, kann ich nicht richtig verstehen, da ich im Rausch der Lust gefangen bin. Allein der Klang seiner Stimme wirk beruhigend. Diese schöne Stimme. Bill verteilt das Gleitgel reichhaltig, es ist kalt und mehr als ungewohnt, erst dann legt er sich zwischen meine Beine. Diese Position ist ungewohnt und dennoch genieße ich die Nähe, die uns verbindet. Sinnliche Küsse treffen mich am Hals und schließlich auf den Mund.

„Bereit?“ Zwei funkelnde Augen sehen mich an und die Lust ist im gänzlich ins Gesicht geschrieben. Zu Worten bin ich nicht fähig, deshalb nicke ich auch dieses Mal nur und schlucke trocken. Ein bisschen Furcht überfällt mich nun doch.

Als Bill eindringt, stöhne ich laut auf…


 

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