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Kapitel 41 (Tigerauge)

 ~Gustavs Sicht~

„…tja, und wenn man betrunken ist, geht man eben schon mal auf so was ein. Pech, dass wir genau dann geblitzt wurden!“

Wie ein Schlag dringen die Wort zu mir durch. Was hat er da gerade gesagt?
Doch dieser kurze Schockzustand ist von keiner langen Dauer, denn ein breites Grinsen überzieht meine Lippen.  Auf einmal kommt mir die ganze Situation hier so lächerlich vor.
Bill wenn du wüsstest wie ich dich für diese Aussage knutschen könnte. Man, warum sind wir darauf nicht schon vorher gekommen. Ist doch klar, abstreiten wäre viel zu normal, jeder rechnete mit dieser Reaktion, aber hiermit hundertprozentig nicht. Denn, wer gibt schon zu- Menschen die gerade so sehr im Rampenlicht stehen wie wir und noch dazu männlich- eine andrer männliche Person zu küssen. Nicht jetzt, nicht wo so viele Mädchenherzen damit zerbrechen könnten.
Und da folgt von Herr Kaulitz solch eine Antwort.
Nicht nur wegen dem genialen Einfall, bin ich glücklich, sondern auch weil keine verleugnenden Worte über den Kuss aus Bills Munde kamen. Es löst die fiese Verkrampfung in meinem Magen.
Mir entfleucht ein leises, aber dennoch hörbares Lachen.
Man mag es kaum glauben, doch ich fühl mich gut und die Anspannung ist mit einem wisch verflogen. Seltsam, wenn man bedenkt wie sehr ich fast vor lauter Nervosität zerplatz wäre.

Zu spät bemerke ich wie allesamt ihre Blicke auf mich richten. Leicht verwundert blicke ich treudoof in die Menge.
„Gustav, was ist so witzig daran?“ werde ich auch gleich von einem arroganten Schnösel aus der Presse gefragt.
 

So zu tun als ob ich die Frage nicht gehört hätte oder zu tun als hätte ich keine Ahnung wovon er spricht, wäre glaub ich nicht ganz angemessen.

Bills wunderbarer Einfall ist der Anstoß zu einer passenden Lüge, mit der Aussicht ohne jegliches komisches Gefühl aus diesem Interview zu gehen. Der Anstoß unsere Hintern mit einer plausiblen und glaubwürdigen Erklärung, aus der ganzen Sache zu ziehen.

Nicht nur die Blicke der Reporter, die lechzend auf eine Antwort oder einen Fehler warten, ruhen auf mir, die fragenden Blicke meiner Bandkollegen stechen ebenso auf meiner Haut, sogar du schaust mich an, das fühle ich. Nur dein Blick fühlt sich angenehm gut auf meiner Haut an, läst ein wohlig warmes Kribbeln durch mich hindurch strömen. In diesem Augenblick wünscht ich mir mit dir allein zu sein, endlich mal wieder nur wir zwei, ohne sorgen die Zweisamkeit genießen. Ich hoffe stark nach diesem Interview dieses Glück zuteil  bekommen.

Gut, ich muss auch mal endlich Initiative ergreifen, da es nun mal auch um ich geht und ich Bill nicht allein hier mit der ganzen Scheiße stehen lassen kann.

Lügen ist nicht schwer.

„Das ist alles nur ein blödes Missverständnis. //Wenn ihr wüsstet //

Wir waren mitten im Urlaub, haben unsere freien Tage genossen und haben an dem Abend etwas zu viel getrunken. //Ich war so was von nüchtern, wenn überhaupt war ich in deinem Bann gefangen//

Wir sind jung, waren an dem Abend total besoffen und da kamen Tom und Georg mit dieser Sache. //und haben uns zusammen gebracht//

Mit einem gewissen Alkoholpegel im Blut macht man halt mal solche Spielchen mit, wer kann von sich schon behaupten in seinen jungen Jahren nicht mal die ein oder andere behämmerte Aktion mit gemacht zu haben. //das war das Beste Erlebnis überhaupt//

Ich kann mich kaum noch an den Abend erinnern, denn es war eigentlich schon wieder längst vergessen und dann tauchte plötzlich dese Bild in der Zeitung auf..// ich kann mich an jede einzelne Sekunde erinnern//

Alles total harmlos.//wir lieben uns nur//“

Mein Mundwerk geht auf Alleingang und passt sich Bills Lüge an. Es wurde endlich mal Zeit das auch ich in Interviews aktiver werde, zeige das ich nicht der schüchterten Bub hinter dem Drumms bin, für den mich jeder hält. Dieses Persönlichkeitsbild das von mir durch ganz Deutschland und wenn nicht sogar weiter kursiert, kann seine Vorteile haben und ich mag es eher im Hintergrund zu bleiben, um mich ganz auf mein große Leidenschaft der Musik zu widmen. Jetzt ist eben noch eine zweite große Leidenschaft dazu gelangt, die mir mein leben versüßt. Heute jedoch ist alles anders.

„Ihr wollt damit sagen, der Kuss, der auf dem  Bild zu sehen ist, entstand wegen einer kleinen Wette und hat somit nichts zu bedeuten?!“ fasst ein Reporter in kurzen Worten für jeden noch mal verständlich zusammen.

„…-“

„Ja“ ertönt Bills nun wieder wesentlich sanftere Stimme.

Kurz huscht mein Blick zu ihm und ich erkenne ein kleines, erleichtertes Lächeln auf seinen Lippen, das man von weitem jedoch nicht sieht.

Unter sämtlichen Reportern scheint eine Welle der Befriedigung durch zu gehen, sie haben ihre Information, auch wenn ein Schlagzeile wie“ Ja, wir sind ein Paar“ für sie mehr Profit einbringen würde. Erleichtert atme ich aus, bin froh das Schwerste hinter uns zu haben und warte nun nur noch auf die kleinen harmlosen Fragen.

„Würde das bedeuten, wenn ihr einen über den Durst trinkt, würdet ihr sogar weiter als nur ein Kuss gehen, weil einer meint ihr würdet es euch nicht trauen?!“ platzt ein Schnösel von der Pre- meine Atmung setzt abrupt aus, mein Blick wird starr und meine Hände ballen sich unkontrolliert zu Fäusten, so fest das die weißen Knöchel bereits herausstechen

Mit einer Mischung aus Schockiertheit und Wut spieße ich die eben gesprochene Person mit meinen Augen regelrecht auf.  Zu erst dachte ich noch es sei Illusion, entstanden von meine Unterwustsein, jedoch sieht die harte Realität ganz anders aus. Mia. Diese kleine Schlampe steht wirklich bei einem der mittleren Plätze unter den ganzen Schar aus Leuten, ein Block und ein Stift in der Hand und keiner einzigen Gefühlsregung in ihrem perfekten Gesicht. Das Gesicht, in dem ich am liebsten Reinschlagen würde.

Mia, sie ist also auch einer der Geier.

Entweder sie wusste von unserem Urlaub und hat uns verfolgt, oder sie war wirklich eher zufällig dort und hat gleich die Schlagzeil des Jahrhunderts gerochen.

Wieso hat sie dann nur ein Bild mit einem Kuss veröffentlicht? Sie hat wesentlich bessere Bilder, bei denen wir uns nicht so einfach rausreden können, denn auch die Besten könnten nicht so eine Fotomontage erstellen. Ich habe die Fotos gesehen.

Meine Befürchtung liegt darin, dass sie mit uns noch etwas spielen will und von daher noch nicht das harte Geschoss hervorholt. Sie spielt mit uns, um zu testen wie wir reagieren, um zu sehen wie weit wir gehen würden. Einmal hat sie es ja bereits geschafft, noch mal jedoch nicht, diesmal wird sie die Verliererin sein.

„Dafür müsste man sehr viel Intus haben und so viel trinken wir wiederum auch nicht“ erwidert Bill unberührt und streicht sich seelenruhig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Wie kann er dabei nur die Ruhe selbst sein? Ich könnte gerade sonst was tun. Georg und Tom scheinen nichts zu ahnen, haben sie diese Mia im Urlaub überhaupt nicht zu Gesicht bekommen und David erst. Wenn er erfährt dass SIE das Foto in die Zeitung brachte und wüsste was es sonst noch für Bildchen von unserer nächtlichen Aktivität gibt ,reißt er uns wortwörtlich den Kopf ab.

„Dann wart ihr an dem Abend gar nicht so besoffen, um euch nicht mehr dran erinnern zu können“ Siegessicher verstrahlt sie mit ihrer Arroganz den ganzen Raum.

Weshalb können Blicke eigentlich nicht töten, nur einer genüge und die Tussi läge tot am Boden, wäre doch mal eine besondere Fähigkeit. Oh man, jetzt hege ich bereits Mordgedanken.

„Keiner sagte, dass wir uns nicht mehr daran erinnern können. Ich habe lediglich erwähnt es bereits wieder vergessen zu haben, da es für uns nur eine blöde Aktion war. Nicht der rede wert“ versuche ich normal wie möglich zu sagen, auch wenn ich drauf und dran bin ihr an den Hals zu springen.

„Dann sind solche Spielchen bei euch also normal“

„Nein“ entnervt greife ich mir an die Schläfe und massiere dese kurz. Nicht zu lange, denn wie ich vermute, könnte es von diesen Geiern falsch aufgefasst werden, um ihnen die Möglichkeit zu bieten  sonst was in den Medien zu tratschen. Ich mein, würde ich irgendwo nen Furzt ablassen wäre es das Top Thema des Tages. Kurz muss ich über diese Vorstellung schmunzeln. Hoffen wir mal, dass es nie so schlimm kommen mag.

Zu meiner Verwunderung gibt es nach dem Nein, keine Kontra mehr von Mia. Ob das wirklich ihr wahrer Name ist?

 Leicht irritiert schaue ich sie giftig an, kann ihrem Blick leider nichts Positives zu meiner Erleichterung beifügen. Zwar nervt sie nicht mehr mit ihren Fragen, dennoch sieht sie nicht so aus, als ob sie mit diesem Thema schon längst angeschlossen hätte. Nein, sie hat einen selbstsicheren Ausdruck im Gesicht, der zeigt wie sehr sie uns in der nächsten Zeit beobachten wird, um zu testen und dann irgendwann die tickende Bombe in die Luft jagt.

+++++

Nach ein paar weitern, eher belanglosen Fragen, sitzen wir nun endlich in unserem Van und fahren Richtung Tonstudio. Weg von dem blöden Fragen, weg vom dem Blitzlichtgewitter, weg von der hinterlistigen Schlange und zurück dorthin wo wir nichts mehr verstecken müssen. Dorthin wo wir die Außenwelt zurück lassen können, alles vergessen um einfach zu genießen. Unser freien Minuten, sowohl auch unser Zweisamkeit.

Noch haben wir alle kein einziges Wort über das Interviewe gewechselt, nicht das uns einer der Schnösel bis zum Van folgt und so irgendetwas nicht für deren Ohren gedachten Dinge, aufschnappen. Würde ich ihnen zutrauen.

Schwer seufzend plumpse ich auf die Couch nieder und schließe die Augen. Endlich vorbei. Um die Wut zu stillen muss ich dampf ablassen.

„Boah, die wagt es allem ernstes noch mal aufzutauchen. Und dieser siegessicherer Ausdruck in ihrem Gesicht, wie mich das ankotzt. Wenn ich sie in die Fin-“

Erschrocken reiße ich die Augen auf, da sich etwas warm-weiches auf meine Lippen gelegt hat und so meine letzten Worte ersticken. Deine Lippen.
Alles kribbelt und glüht in meinem Körper, eine enorme Welle von Glücksgefühlen überrollt mich gerade und ich drohe Wort wörtlich unter dieser süßen Berührungen der Lippen zu schmelzen.  In Worte kann ich gar nicht beschreiben wie froh ich bin dich zu haben, dich lieben zu dürfen, Zärtlichkeiten mit dir auszutauschen und diese Dinge möchte ich nicht missen, egal wie sehr uns auch jemand von der Presse auf die Pelle rücken mag. Du bist mir wichtiger als irgendwelche Fans, egal wie viel wir ihnen auch verdanken.
Mit diesem Kuss verpufft mit einem Schlag, die Wut und sämtliche mordlüsternen Gedanken auf diese Frau.

Für meinen Geschmack viel zu früh, lösen sich unsere Lippen wieder voneinander, doch ehe du ganz von mir abläst  raunst du mir  noch ein „Danke“ entgegen, dass ich ganz wabblige Gummibeine davon bekomme.

„So und jetzt Klappe halten“ grinst du amüsiert, stupst mir gegen die Stirn und schreitest schließlich zum Kühlschrank.
 

Oh man, wenn er mich jedes mal mit dieser Methode zum schweigen bringt, dann werde ich ab sofort anfangen mehr Stuss zu reden…wow…der absolute Wahnsinn. Da kann ich ihm nicht mal sauer sein, weil er es tut um mich nur zum Schweigen zu bringen… ich mein es fühlt sich unbeschreiblich gut an.
 

Mit einem verträumten Blick schaue ich dir hinterher, meine Ohren pochen vor Hitze und sind taub für die anderen Dinge um mich herum.

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