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Kapitel 31 (Tigerauge)

~Gustavs Sicht~

Vorbei…Realität oder Fantasie?
Vorbei…ein simples, aber dennoch schmerzendes Wort.
Vorbei…alles!

Immer noch knie ich auf der Klippe, starre den Punkt an dem ich dich zu letzt gesehen habe.
~Du hast mich nur verarscht~ Nein, du liegst falsch. Wie kann ich solch eine schönes Geschöpf wie du es bist verarschen, wie kann ich das Glänzen in deinen wunderschönen braunen Augen erlöschen, wie kann ich deinen weichen und so zarten Lippen entweichen. Ich kann’s nicht, aber tat es. Das Glänzen deiner Augen ist verblasst, nun erfüllt voller Tränen. Das wunderschöne und so zerbrechliche Geschöpf zerbrochen. Die Liebe, Wärme und Geborgenheit so weit weg. Ich war so glücklich…wir waren so glücklich. Schon oft in meinen bisherigen Leben war ich glücklich, doch noch nie wie mit dir zusammen. Dein Lächeln, deine warme blasse Haut, deine Augen, einfach alles an dir. Du bist so perfekt.
Vorbei…

Von heut auf Morgen sind mir all die Dinge nicht mehr vergönnt, zu Recht. Ich verdiene es, verdiene von dir verstoßen zu werden, verdiene traurig und gebrochen zu sein.
~Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib/Frau~
Ich bin nicht besonders gläubig, hab mich nie sonderlich viel dafür interessiert, doch ich hab  mir schon immer geschworen nie jemanden zu betrügen, aber alle guten Vorsätze haben leider mal ein Ende. Ich habe all den Schmerz verdient, du nicht. Ich wollte dir nicht wehtun, nur wusste ich keinen Anderen Ausweg. Meine Handlung war unüberlegt und falsch, ich weiß, aber ich kann’s nicht rückgängig machen, egal wie sehr ich mir die in dem Moment auch wünsche. Leider ist es nicht so einfach, was ist schon einfach im Leben? War es das wirklich wert? Die Kariere vor Bill? Mein Herz schreit ganz laut NEIN. Nein…nein…nein…ach verdammt. Unbemerkt fließen die Tränen meine Wange hinab Meine Knie tun allmählich unter dem Gewicht weh, nicht so sehr wie mir mein Herz schmerzt. Herz? Schlägt es überhaupt noch, ich fühle kein Schlagen mehr. Was soll ich tun?
 

Langsam krieche ich auf allen Vieren zum Abhang. Ein erbärmliches Häufchen Elend. Der Strand ist gut gefüllt. Die Menschen sind glücklich, lachen und erfreuen sich am leben…so unbeschwert.
Wäre es feige sich fallen zu lassen, fliegen zu wollen? Feige vor den Problemen abzuhauen, den Schmerz und Kummer bei Anderen zu lassen? Feige ja, doch die einfachste und schnellste Lösung, wobei ich bezweifle hier hoch genug dafür zu sein.
 

Was hält mich  noch hier fest? Die Musik ist ein wichtiger Teil in meinem leben, doch  nicht so wichtig wie du es für mich in den letzten Wochen wurdest. Ich hab dich verloren, so eine scheiße ich habe überhaupt nicht bemerkt wie sehr ich dir verfallen bin, wie sehr ich mein Herz schon an dich verloren habe. Geschenkt hab ich es dir, zerbrochen hast du es weil ich es vermasselt habe. Du bist so wichtig geworden, das ich keinen Grund mehr finde am Leben bleiben zu wollen, aber es ist feige und zu so einem will ich nicht werden. Du hasst mich, dies sagtest du nur zu deutlich. Ich habe einen großen Fehler gemacht, du wirst mir nicht verzeihen, doch so leicht gebe ich nicht auf, nein ich kämpfe um dich. Ich will dich zurück, will dir nahe sein, will dich spüren, will die Nähe die wir in der wunderschönen Nacht hatten.
 

"Was machst du da?“
Leicht zucke ich bei den Worten zusammen, die mich aus meinem immer größer werdenden Loch holen. Die Stimme kenne ich, wie sehr wünschte ich mir Bills Stimme zu hören, ihn in die Arme zu schließen und niemals wieder los zu lassen.
Schnell wische ich mir so unauffällig wie möglich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht, könnte ich mir auch sparen, mit Sicherheit sind meine Augen ganz rot und geschwollen, sogar in blinder würde es erkennen.
Ohne mich jedoch vom Boden zu erheben drehe ich mich mit meinem Oberkörper zu der besagten Stimme. Vor mir steht Tom in, wie immer für seinen schmalen Körper, viel zu weiten Hosen und schaut mich leicht verdattert an.
„Ich…hab mir den Strand von hier aus angeschaut“ gebe ich als antwort und meine Stimme hört sich so brüchig und heiser an, das ich mir noch nicht mal selbst glaube.
„Solltest du auch mal machen, ist eine schöne Aussicht“ lüge jedoch weiter und die letzten Worte sind kaum hörbar, so erstickend hören sie sich an.

„Gustav  was ist mit dir los?“ fragt Tom misstrauisch und eine kleine Sorgenfalte bildet sich auf seiner Stirn.
Ich weiß nicht so recht was mich gepackt hat, aber ich versuche zwanghaft weiter zu lügen, die eigentliche Bedeutung seiner  Frage verdränge ich. Kann ja schlecht sagen das ich seinen Bruder betrogen habe, er würde mich eigenhändig von der Klippe werfen, aber darum geht es nicht wirklich. Irgendwie will ich alles einfach nur verdrängen.

„Schau  doch“ flüstere ich und mein Blick richtet sich wieder auf den Horizont, so dass ich Tom nun den Rücken zuwende.
„Gustav?“ den sehr verwirrten Unterton in seiner Stimme ist deutlich zu vernehmen.
„Wie unbeschwert die doch alles sind“ rede ich in einem tranceartigen Zustand.
„Du machst mir langsam angst“ Aus dem Seitenwinkel erkenne ich wie er neben mir auf dem Boden platz nimmt.
„Morgen ist der Urlaub vorbei“
Diese Tatsache wir mir so plötzlich bewusst, dies hatte ich schon vollkommen vergessen.
„Was ist passiert?“ hackt er weiter hin nach.
„Wir sollten die Ruhe und die Gegend noch genießen“
„Verdammt Gustav hör auf damit“ schnaubt er aufgebraust und zeigt mal wieder wie ungeduldig er sein kann. „Ich habe vom Strand aus  gesehen dass Bill bei dir war, was ist passiert“
Bei diesen Worten schnürt sich sogleich meine Kehle zu, erschwert das Atmen und läst einen bitteren Klos im Halse bilden.
„Weshalb war er so wütend?“ Seine Stimme hat die normale Lautstärke wieder erlangt.
Augenblicklich ringt eine einzige Träne aus meinem rechten Auge und läuft unaufhaltbar meine Wange hinab. Der Schmerz läst sich nicht mehr zurück halten.
„Gustav?“ sanft legt Tom eine Hand auf meine Schulter ab, er klingt wirklich besorgt.
Ohne etwas zu erwidern läuft nun eine Träne nach der Anderen hinab. Automatisch legt er einen Arm um meine Schulter und zieht mich in seine Arme. Sehr dankbar dafür nehme ich diese Geste an und lasse all die Tränen an ihm aus. Schluchzend verankere ich meine Hände in seinem T-Shirt, versuche halt zu bekommen solange der mir noch vergönnt ist. Sobald er und auch Georg wissen was ich getan habe, werden sie mich verachten und verstoßen…verständlich, ich an seiner Stelle würde mich auch dafür verachten. Doch jetzt genieße ich einfach seine stützende Schulter zum ausweinen.

„Du wirst mir nicht erzählen was passiert ist, stimmst?“
Stumm nicke ich und blicke mit meinen von Tränen brennenden Augen gen Himmel. Tom höre ich neben mir laut aufseufzen. Ich will einfach nicht dass jemand von meiner dummen Tat weiß.
„Du wirst es sicher von Bill erfahren und dann verstehst du weshalb ich es dir nicht sagen will“ murmle ich hinzu, Toms Fragezeichen im Gesicht vergrößert sich mit diesem Worten um ein ganzes Stückchen, kann man ihm auch nicht verübeln. Er findet mich hier total verstört auf und dann breche ich bei ihm auch noch weinend zusammen, wer wolle da nicht wissen was mit dem denjenigen los ist.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Gedanken verloren sitze ich an dem Platz, an dem wir uns ganz nahe waren. Seit dem Abend, der Nacht war ich nicht mehr hier, hier wo wir so glücklich und intim waren, hier wo der Horror begann, hier wo sie uns sah.
Wir hätten es einfach ignorieren sollen, hätten sie doch tun lassen sollen, aber ich war und bin einfach nicht so weit. Ich muss selbst noch damit klar kommen, dass ich auf Männer stehe oder zumindest Be bin. Es war schon ein großer Schritt zu meinen Gefühlen zu stehen, die mich jetzt so sehr zerreißen.
~Bitte komm zum Sternenhimmel~ tippe ich in all den Gedanken in mein Handy und ehe ich mich versehe ist die Sms an Bill auch schon abgeschickt.
Sternenhimmel? Ob er versteht welchen Ort ich damit meine, wir werden es sehen, auch wenn  ich kaum Hoffung habe das er überhaupt hier aufkreuzt.

„Hey mein Süßer“ trällert eine Stimme hinter mir, die Stimme würde ich auf Hundertmeter Entfernung erkennen, diese Stimme die in mir die Wut zum brodeln bringt.
„Verschwinde“ zische ich, doch dieses Glück scheint mir auch diesmal nicht vergönnt.
„Was hast du denn?“ gespielt besorgt, platziert sie sich neben mir im Sand und legt mir einen Arm um die Schulter. Wie von einer Tarantel gestochen, schlage ich ihre Hand weg, drehe mich zu ihr und sehe sie bedrohlich wie ich bis jetzt noch keinen ansah, an.
„Was willst du noch hier…du hast doch was du wolltest, wolltest doch von mir flachgelegt werden, wie eine billige kleine Schlampe“ ein Hauch von Übermut steigt auf  was mir ein kleines von Wut geprägtes Grinsen auf de Lippen zaubert.
Sie scheint kurz aus der Fassung gebracht zu sein.
„Du kleiner Bastard was fällt dir ein“ erwidert Mia empört und ihr Gesicht formt sich zu etwas Undefinierbares um.
„Du kannst mir nicht mehr an haben, du hast mir eh schon das wichtigste genommen. Mach mit den Fotos doch was du willst“
„Wie wär’s…sie zu veröffentlichen“ ihr altbewertes dunkles Lächeln taucht wieder auf.
„Ich sag dir eins, treib es nicht zu weit, sonst ignorier ich mal gekonnt das du eine Frau bist“
„Oha…willste mich schlagen“
„Verschätz dich mal lieber nicht, du kennst mich nicht ich kann auch anders sein“ bedrohlich nahe bin ich ihr gekommen, jetzt soll sie sich mal bedroht füllen, mit mir nicht mehr.
„Na dann wirst noch ein Skandal geben“ kommt es etwas leiser und nicht mehr so sicher rüber.
„Oh Süße glaub mir danach hast du überhaupt nicht mehr die Chance irgendein Skandal an die Öffentlichkeit zu bringen“
Mia schluckt schwer und nun scheint sie vollkommen eingeschüchtert zu sein.
„Verschwinde lieber und lass dich nie mehr wieder blicken, du willst doch nicht dass ich mich vergesse“
Ohne auch irgendetwas darauf zu antworten, steht sie auf und rennt schon förmlich weg. Mir schlägt das Herz bis zum halse, dachte jeden Moment meine Fassade würde zusammenbrechen oder sie käme dahinter. So was habe ich noch nie gesagt und will dies auch nicht mehr tun müssen. Wieso konnte ich ihr gegenüber nicht schon beim letzten Mal so mutig sein, als sie mit den Fotos drohte, warum erst jetzt?

Seufzend streiche ich mir mit der Hand über das Gesicht…Bill bitte komm!?!

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