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Kapitel 30 (Ariean)

~Bills Sicht~

„Geh zu deiner Schlampe. Du warst ein großer Fehler!“ Donner ich dir noch an den Kopf, dann drehe ich mich um und renne einfach weg. Die Tränen laufen mir unaufhörlich aus den Augen und ich bekomme kaum noch Luft. Mein Herz fühlt sich an wie zugeschnürt und meine Beine wie morsche Äste.

 

Ich habe gerade Schluss gemacht. Schluss mit einer Beziehung, die eigentlich nicht mal richtig angefangen hatte. Warum? Warum hast du mit ihr geschlafen? Warum musstest du mir so schnell den Rücken zu wenden, mir zeigen, dass du nur mit mir gespielt hast? Aber es ist vielleicht auch besser. Vielleicht ist es besser jetzt schluss gemacht zu haben, als immer in dem Glauben zu sein, du würdest mich lieben.

 

Das war alles nur eine Illusion, dass ich mir wirklich eingebildet hatte, du meinst es ernst, du hättest dich wirklich für mich entschieden. Du bist ein echt guter Schauspieler… ich hab dir alles geglaubt und vorletzte Nacht vertraut, es war so schön mit dir, es war zu schön…

 

Bilder von dieser Nacht legen sich vor meine Augen und ich kneife sie zusammen, will es verdrängen. Weshalb wolltest du so schnell mit mir schlafen, wenn du mich nicht liebst? Wolltest du mich nur ausnutzen, mal wissen wie es mit einem Jungen ist, oder bist du so notgeil, weil du schon lange keine Freundin mehr hattest? Jetzt hast du ja wen anders, mit dem du deine Spielchen spielen kannst, aber ich lasse das garantiert nicht mehr mit mir machen!

 

Wut steigt in mir auf und ich ramme die mir entgegen komme Person einfach aus dem Weg, überhöre ihr empörtes Gemecker einfach und bleibe schließlich völlig außer Atem vor dem Hoteleingang stehen.

 

Wie lange hättest du mir deine Tat, deine Untreue verschwiegen, wenn ichs nicht selber angesprochen hätte? Wie lange hättest du das Spielchen noch mit mir gespielt?

 

Die vielen Fragen in meinem Kopf lassen meine Wut wieder aufquellen und eine große Lust, irgendwas zu zerstören durchdringt mich. Am liebsten würde ich den großen Blumentopf mit der fetten Palme umschmeißen, doch ich reiße mich noch einmal zusammen, balle nur meine Fäuste und marschiere schließlich grade aus rein ins Hotel. Das alle mich schief angucken würden, weil mein Gesicht so verheult aussieht, ist mir völlig egal. Ich kann sowieso nicht mehr verstehen, wieso ich noch weine, obwohl mich längst die Wut gefressen zu haben scheint.

 

Als ich gerade die Eingangshalle betrete spüre ich plötzlich einen Arm auf meiner Schulter, der mich fest hält. Abrupt bleibe ich stehen, drehe mich um und stoße die Hand weg. Ich kann solche Körperliche nähe gerade voll nicht ab. Überhaupt, am liebsten würde ich gerade in einem tiefen dunklen Kellerloch sitzen, dort, wo mich niemand beachtet, wo mich niemand kennt, wo ich einfach mal alleine sein kann und meine Ruhe habe, doch ich bezweifle, dass es so etwas hier in diesem 4 Sterne Hotel gibt.

 

Genervt schaue ich in die verwunderten Augen von Georg, der mich erst komisch mustert und dann besorgt ansieht. Wie ich diese mitleidsvollen Blicke hasse. Da fühlt man sich gleich noch viel schlechter und niederer als eh schon, kann er nicht andere Menschen mit seiner Anwesenheit nerven?

 

„Bill?“ spricht Georg schließlich vorsichtig meinen Namen aus, „Bill, was ist passiert? Hast du Gustav gefunden? Und was ist los mit dir?“ kommt es wieder gespielt mitfühlend, jedenfalls hört es sich für mich gespielt an. Immer diese Ausquetscherei. Ist es nicht eigentlich selbstverständlich, dass man in Ruhe gelassen werden will, wenn man so aussieht wie ich jetzt? Wenn ich Lust hätte, Georg von deinem Vertrauensbruch und den dazugehörigen Folgen zu erzählen, dann hätte ich ihn selbst aufgesucht und hätte nicht vorgehabt, einfach in mein Zimmer zu verschwinden.

 

„Ja, ich hab ihn gefunden. Er ist bei den Klippen… an diesem komischen Tunnel, und jetzt lass mich. Ich muss noch meinen Koffer packen, schließlich fliegen wir morgen wieder nach Hause, falls dus vergessen hast.“ Gebe ich kalt von mir, drehe mich wieder um und laufe weiter.

 

Wieder legt sich eine Hand auf meine Schulter, zieht mich härter und bestimmter zurück als eben und wieder ist es Georg, dem ich zornig in die Augen funkel.

 

„Bill, was ist passiert?“ kommt es auch schon doch ich rolle nur verärgert die Augen und setze meinen Weg weiter fort. Immer wieder spüre ich, wie eine Hand nach meinen Schultern und Armen greift, doch ich schüttle diese immer wieder ab, bis es mir schließlich reicht

 

„GEORG; KANNST DU MICH NICHT EINFACH MAL IN RUHE LASSEN UND WEN ANDERS NERVEN GEHEN? GEH MEINETWEGEN ZU GUSTAV; FRAG IHN AUS; ABER BLEIB VON MIR WEG!!!“ das hat gesessen, dass spüre ich, doch soll es doch. Vielleicht gibt er jetzt endlich auf, mich weiter zu belästigen. Wäre ja mal echt `freundlichŽ und `aufmerksamŽ von ihm.

 

Endlich haut Georg wieder in Richtung Ausgang ab und ich kann ungestört meinen Weg fortsetzen. Wütend kloppe ich auf den Fahrstuhlknopf ein und hoffe, dass sich das olle Teil mal beeilt um her zu kommen. Die letzten Tage hab ich den Fahrstuhl gar nicht mehr benutzt, Tom und ich sind dort ja auch stecken geblieben und das war nicht die Angenehmste Situation, doch würde dieser gleich stecken bleiben dann wäre es mir nur recht. Wenn es hier schon keinen einnahmen dunklen Keller gab, würde so ein Fahrstuhl zur Not auch funktionieren und die gewünschten Dinge: Ruhe, Einsamkeit und zumindest Dämmrigkeit auch vordern.

 

Mit einem `PlingŽ öffnen sich die Türen und ich steige ein. Wie schön, ich bin wirklich alleine im Fahrstuhl, wenigstens bleibt mir das noch gegönnt. Eine Mutter mit ihren 2 Kindern könnte ich gerade nämlich absolut nicht ab und ich weiß nicht wie es enden würde, wenn die kleinen Blagen zum Schluss noch meine Wut zu spüren bekommen würden...

 

Der Fahrstuhl hällt wieder, doch nicht in der gewünschten Itage, sondern eher. Erschrocken starre ich raus, als ich in das breit grinsende Gesicht der Frau schaue, die gestern Abend mein Leben zerstört hat. Fröhlich betritt sie das Gefährt

 

„Na, du siehst ja gar nicht gut aus, willst du mir sagen, was passiert ist?“ flötet sie mir schadenfreudig zu und kann sich ein anschließendes leises Kichern nicht verkneifen. Na toll, die hat mir gerade noch gefehlt, hat sich wieder mal, oder vielleicht sogar noch immer, die ganze Welt gegen mich verschworen??

 

Meine Zähne fest aufeinander reibend drehe ich mich einfach um und ignoriere das Weib. Wenn ich ihr jetzt auch noch erzählen würde; sei es in freundlichem Erzähler Ton, oder in einer Woge aus Zorn; was passiert war, würde sie bestimmt noch mehr grinsen, noch mehr lachen und einfach ihren Sieg; ihren Triumph feiern, wenn sie es jetzt nicht schon tat, denn bei meinem Anblick konnte man sich bestimmt allerhand denken.

 

Endlich öffnet sich die Tür in meinem Stockwerk und fluchtartig verlasse ich den vorhin noch so gemochten Raum. Wenn die da auch drin ist, dann wäre es geradezu unmöglich, bei einem Steckenbleiben noch immer die gewünschten dinge zu finden. Da hatte man dann doch im Zimmer wieder mehr Ruhe.

 

Nachdem ich die Zimmertür hinter mir geschlossen habe fällt mir wieder das angebliche Vorhaben, was ich Georg einfach angegeben hatte, ein und ich beschließe es wirklich zu tun.

 

Eigentlich hab ich bis eben noch gar nicht daran gedacht, dass wir morgen schon wieder fahren, bzw. fliegen, doch es war so, als ob sich mein Unterbewusstsein verselbständigt hätte, und so die Rückkehr nach Hause wieder in mein Gedächnis gekommen war. Vielleicht auch besser so, denn sonst wäre es bestimmt so gekommen, dass ich morgen hätte sau früh aufstehen müssen, nur um noch alles eingepackt zu kriegen.

 

Ich klappe meinen leeren Koffer auf und schmeiße alles Kreutz und quer rein (Sachen für morgen hab ich mir vorher noch raus gesucht). Warum auch ordentlich sein? Hat doch keinen Zweck alles schön zusammen zu falten, wenn es zu Hause eh gewaschen wird.

 

Das Ergebnis sehe ich dann am Schluss. Während ich mich auf meinem Koffer so schwer wie möglich mache, versuche ich mit einer Hand den Reißverschluss zu zu kriegen, doch es bring nichts.

 

Wieder mal genervt lasse ich das Ding einfach mitten im Zimmer stehen, lege mich aufs Bett und betrachte die Decke… Mir fällt gerade auf, dass ich unseren Streit, oder wie man das nennen kann, für einen Augenblick vergessen hatte und ich versuche zu lächeln, was mir jedoch kläglich missglückt.

 

Vorhin, als ich dir die Wahrheit entlockt habe, du wolltest mir anschließend noch irgendetwas sagen… was war das bloß? Ach, bestimmt nur wieder eine billige Ausrede. Du hattest ja auch nicht vor, mir irgendetwas davon zu erzählen, wenn ich es nicht selber angesprochen hätte.

 

Ich stelle mir vor, wie du und diese Frau zusammen sitzen, lachen, sich küssen und es immer mehr wird. Ein bitterer Geschmack macht sich langsam in meinem Mund breit und als hätten sie sich abgestimmt, fangen meine Augen genau mit dem Summen meines Handys wieder an zu tränen.

 

Ohne andere Körperteile sonderlich zu bewegen und immer noch stur gerade aus auf die Decke schauend greife ich mit meinem Arm auf den Nachttisch und befördre das kleine elektronische Telefon vor meine Nase.

 

Sie haben eine Multimedianachricht empfangen prangt es dick auf dem Bildschirm. Es ist eine Nachricht von? Ich klicke weiter „Gustav Schäfer“ steht da in blauen Lettern. Soll ich es mir wirklich antun und diese Nachricht lesen?

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