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Kapitel 25 (Tigerauge)

~Gustavs Sicht~

Ich glaubs nicht…kann das wirklich die Realität sein? Ja ist es. Ich hab mit einem Jungen geschlafen und auch noch mit Bill. Unwillkürlich huscht mir ein Lächeln über die Lippen.
„Ist was?“ erkundet sich dieser neben mir. Wir sind gerade auf den Weg zurück ins Hotel.
Ich schaue dir in die Augen und sie strahlen wie der helle Stern, den ich eben am Himmel gesehen habe. Am liebsten würde ich dich in den Arm halten und nie wieder loslassen, so glücklich bin ich momentan.

Um dir auf deine Frage zu antworten schüttle ich verneinend den Kopf und setzte schweigend den Weg fort. Trotz dem Glücksgefühl,  herrscht auch totales Chaos in mir. Erst heute Morgen hatte ich den Mut dir meine liebe zugestehen und jetzt hatten wir schon Sex. Noch nie war ich so stürmisch.
Der zweite Grund meines Unbehagens liegt an dieser Person. Die junge Frau namens Mia hat alles gesehen. So vermute ich dies mal. Sie stand nicht weit von uns entfernt, sie muss es gesehen haben, doch wie viel? Ach wie belanglos dieser Punkt doch ist. Auch wenn sie nur gesehen hat wie wir uns angezogen haben, ist das nicht schon offensichtlich was wir getrieben haben?
Wäre es irgendjemand anderes von hier gewesen wäre es mir relativ egal, aber sie ist nun mal Deutsche, macht hier eben so wie wir Urlaub und wird bald wieder nach Deutschland zurück gehen. Was dann? Wird sie es ausplaudern? Wird sie ganz Deutschland erzählen was sie gesehen hat? Auch wenn sie keine Beweise dafür hat, wird es ein Riesenskandal werden. Wir sind momentan so berühmt, da wird jedes ach so kleine Gerücht an die große Glocke gehängt und wenn Bill und ich dann eine Sekunde nicht aufpassen, nur einen kleinen Fehler machen bestätige sich alles.
Ein Schauer läuft mir den Rücken herunter. Was für eine schreckliche Vorstellung…

„Denkst du an die Frau“ unterbrichst du mich und ich zucke einen Sekunde zusammen, so vertieft war ich in meinem eigenen Gedanken. „Ja“
„Du hast sie doch etwas kenne gelernt. Glaubst du sie ist son Typ der es Rumerzählen wird?“ fragst du mich und ich glaube mir ist buchstäblich ein große Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Ist sie so eine? Ich weiß es nicht. Eigentlich wirke sie ruhig, normal, doch das kann täuschen.
„Ich weiß nicht“ nuschle ich vor mich hin und ein seufzen entfleucht aus deinem Munde.
„Da muss der tolle Tag so blöd enden“ beschwerst du dich. Wo er rech hat, hat er recht. Der Tag fing so gut an und lief auch super, bis vorhin. Noch nicht mal unsere, bis vorkurzem, so intensive Nähe können wir genießen.
„Ich versuche morgen mal mit ihr zu reden ok? Jetzt Schluss mit dieser trüben Stimmung, eigentlich sollten wir ganz glücklich sein“ grinse ich und ziehe dich an der Hüfe zu mir. Im leichten Schimmer des Monds erkenne ich eine dezente Röte, die dir um die Nase fährt. Wir bleiben stehen und du fährst mit deiner rechten Hand durch mein Haar.
„Glaubst du wir schaffen das?“ fragst du gedankenverloren und umspielst eine kleine Haarsträhne von mir. „Wenn wirs nur wollen schaffen wir es auch“ erwidere ich und geb dir einen leidenschaftlichen Kuss. „Ich würd alles dafür tun“ red ich in den Kuss hinein und sogleich spüre ich an deinen Lippen ein kleines Lächeln.
„Gehen wir“
 

Der nächste Morgen begann wie die Morgen davor mit einem wunderbar warmen Sonnenschein. Ab heute kann ich auch endlich wieder raus an den Strand und muss nicht mehr im Bett bleiben. Klar ich bleibe nicht zu lange unter der prallen Sonne, den einen weiteren Sonnenstich möchte ich mir doch lieber ersparen. Doch bevor ich mir den Spaß gönnen kann, muss ich noch etwas sehr wichtiges erledigen.

Obwohl es gestern relativ spät wurde, bin ich früh wach. Es ist gerade mal acht Uhr am Morgen, doch ich habe keine Lust mehr die ganzen Tage zu verschlafen. Nach dem waschen begebe ich mich runter an den Strand. Es sind kaum Menschen am Meer zu finden und deshalb genieße ich diese ruhige Atmosphäre. Der frische Morgenwind weht und der schöne warme Sand unter den Füßen. Hier könnten wir ruhig länger bleiben. Abseits von dem ganzen Trubel in Deutschland und dem verstecken.

Ich weiß nicht wie lange ich hier spazieren bin um meinen Kopf frei zu bekommen und an nichts zu denken, doch mein Magen reißt mich aus diesem Tagtraum. Immerhin habe ich die letzten drei Tage nicht mehr richtig gegessen, da mir es nach dem verzehr entweder gleich wieder raus kam oder ich einfach keinen hunger hatte.

Nach dem Frühstück und langem rumsitzen, es ist mittlerweile elf Uhr, schlendere ich nach oben um zu schauen ob du schon wach bist. Aus dem Aufzug raus wären wir fast zusammen gestoßen. Du konntest es wohl ohne mich nicht mehr aushalten, och Gott Gustav wirst du jetzt zum Macho, Herr je…
Grinsend umschlinge ich deine Hüften und ziehe dich näher an mich. Du lägst deine Arme um meinen Hals und hauchst mir ein Guten Morgen entgangen. Ich kann immer noch nicht ganz glauben was wir letzte Nacht gemacht haben. Mit einem Lächeln auf den Lippen küsst du mich erst schüttern und anschließend inniger, was mich total darin vertiefen läst.
„Müssen wir uns das jetzt jeden Tag antun“ winselte Tom und trat an uns vorbei. Wir lassen uns davon nicht sonderlich stören. Deine Lippen fühlen sich einfach wunderschön an und es ist sehr schwer davon loszulassen.
„Hast du schon gefrühstückt?“ fragst du in den Kuss hinein und ich nicke nur.
„Ich hab noch was zu erledigen, wenn du verstehst was ich meine“ Sogleich lösen wir den Kuss und du schaust mich finster an und diesmal bist du derjenige der nur nickt.
„Bis später“ meine ich dann und hauche einen kleinen Kuss auf deine Lippen. Du begebest dich zu Tom in den Aufzug, der schon ungeduldig auf dich wartet.

Wo soll ich nur anfangen? Ich weiß doch gar nicht welches Zimmer sie hat. Seufzend lehne ich mich an das Fenster im Flur und blicke zum Meer hinaus. Zu meiner Erleichterung erblicke ich von dort aus Mia am Strand liegen. Sofort laufe ich die Treppe hinunter aus dem Hotel hinaus zum Strand. Ehe ich bei ihr ankomme bleibe ich stehen und schlucke schwer. Was kommt jetzt auf mich zu? Wie viel hat sie gesehen? Mit schweren Schritten lege ich die letzten Meter voran.
„Hi…Mia“ nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und sage es mit fester Stimme. Sie soll nicht den Eindruck bekommen ich sei unsicher und nervös.
„Hey Gustav setz dich doch“ erwidert sie fröhlich, rückt auf dem Handtuch etwas zur Seite und deutet auf den freien Platz. Mit einem Herz, das mir mittlerweile in die Hose gerutscht ist, setze ich mich langsam auf den Platz, doch wage es nicht wirklich ihr in de Augen zu schauen.
„Es ist so ein schönes Wetter“ meint Mia um das Schweigen zu brechen. Sie liegt auf den Rücken, mit den Armen sich abstützend, in ihrem Bikini und genießt die Sonne in vollen Zügen.
„Wie viel hast du gesehen“ frage ich schließlich direkt, mit leicht finsterer Miene um das ganze drum herum zu ersparen. „Genug“ erwidert sie kurz und knapp und schaut weiterhin raus aufs Meer. Wie ich vermutet habe…
„Und was hast du vor?“
Mia beginnt sich zu bewegen und setzte sich nun auf, doch wendete den Blick nicht vom Meer ab. „Weißt du es ist immer gut ein Handy dabei zu haben“ erwidert sie matt und ich reiße vor entsetzen die Augen auf. Hat sie etwa alles aufgenommen oder Fotos gemacht?
„Was du hast es aufgenommen?“ kommt es dann auch sofort aus meinem Munde. Nun erkennt man ein breites Grinsen auf ihren Lippen. Die schüchternde, zurückhaltende Art, die sie drauf hatte, war mit einem Wisch verschwunden.
„Fotos reichen vollkommen. Man kann eben nie wissen ob die mir nicht mal nützlich sind“
Ihn mir braust sich Wut zusammen. Wie konnte sie mich nur so reinlegen? Wie konnte ich darauf reinfallen?
„Was willst du dafür?“
„Wofür?“ kontert sie. „Dafür das die in Deutschland nicht an die Öffentlichkeit kommen“
Sie lacht auf und blickt zum ersten Mal seit der Unterhaltung in meine Augen. Verdutz schaue ich zurück. Ich versteh dieses Weib nicht?
„Was würdest du mir geben? Würdest du alles dafür tun, würdest du alles für Bill tun?“ fragt sie und schaut nun ernst in meine braunen Augen.
„Für Bill tu ich alles“ erwidere ich mit einer noch finsteren Mine als zu vor. „Ach wie süß“ säuselt sie und dreht sich mehr zu mir rüber.
„Und?“  zische ich vor Wut. „Nicht so ungeduldig.“ Sie kommt immer näher, zu nahe für meinen Geschmack.
„Weißt du was ich will“ haucht sie in mein Ohr „ich will dich“
Mit einem Schlag werde ich kreidebleich und schaue entsetz drein. Mit einem Grinsen um ihre Lippen schaut sie nun tief in meine Augen.
„Entweder du bist um 18 Uhr auf mein Zimmer oder ab morgen könnt ihr euch in Deutschland nie mehr blicken lassen“ beendet sie diese wirre Unterhaltung und steht auf.
„Ach dann kannst du mir ja dann auch mein Handtuch bringen. Mein Zimmer befindet sich genau unter deinem“ sind ihre letzten Worte und weg ist sie.
Verdutz Hinterbleibe ich immer noch auf dem Handtuch sitzend. War das ihr ernst? Was soll ich tun? Soll ich auf ihre Forderung eingehe? Das kann ich Bill doch nicht antun. Es läuft gerade so toll und dann muss die kommen und alles zerstören. Verzweifelnd  versuche ich eine Lösung zu finden. Soll ich es Bill sagen? Soll ich erzählen was sie verlangt? Bringe ich dies übers Herz? Soll ich ihrer Forderung wirklich nachgehen? Immerhin es geht nun mal nicht nur um mich und Bill, ungewollt wurden Georg und Tom auch die die Sache mit rein gezogen. Es geht um den Ruf der Band, um unseren Stand in Deutschland, um unseren Erfolg. Wenn die Bilder an die Öffentlichkeit geraten sind wir tot. Nicht nur Haters werden uns fertig machen…

Gedankenverloren merke ich gar nicht wirklich wie ich mich zurück ins Hotel begebe und eigentlich in meine Zimmer gehen will, doch vorher noch auf Bill treffe.
„Hey i-“ beginnst du deinen Satz, doch ich laufe nur an dir vorbei, was dich stutzen läst.
„Gustav?“ höre ich fragen und erst jetzt bemerke ich wo ich bin und wer da überhaupt mit mir geredet hat.
„Was ist los mit dir? Du bist ja total durch den Wind“
Unwillkürlich steigt ein enormes Schuldgefühl in mir auf. Ich kann es ihm einfach nicht sagen. „Tut mir leid ich hab dich nicht bemerkt“ gebe ich ehrlich zu und du scheinst leicht verletzt über diese Tatsache. Sogleich gehe ich auf dich zu und gebe dir einen flüchtigen Kuss. Es kommt mir so falsch vor, als ob ich dich betrogen hätte, was ich ja theoretisch auch vorhabe. Bei dem Gedanken löse ich mich sofort wieder von ihm und fahre mit der Hand über mein Gesicht….verdammt…
Ich habe vor dich zu betrügen wo wir gerade mal einen Tag zusammen sind. Was bin ich nur für ein Schwein…
„Was ist den los mit dir? Red mit mir“ Ich schaue in deinen braunen Augen und sehe dabei immer wieder diese Frau vor mir. Wieso ist mir das Glück nicht einmal vergönnt, warum?
Mit schwerem Herzen versuche ich ein krampfhaftes Lächeln auf die Lippen zu bekommen.
„Es ist nichts. Sei mir bitte nicht böse, aber ich fühle mich nicht so gut“
Auf Bills Gesicht zeigt sich Besorgnis. „Ich hab nur Kopfschmerzen mehr nicht. Ich will mich nur etwas hinlegen ok?“
Stumm nickst du. Nach einen Kuss auf deine Wange begebe ich mich schnurstracks in mein Zimmer.
Nervlich am Ende lasse ich mich auf mein Bett fallen und hätte am liebsten los geschrieen. Wieso nur? Diese Frage stelle ich mir schon zum tausendsten Mal. Um 18 Uhr…schnell blicke ich auf die Uhr und stelle zu meinem erstaunen oder lieber entsetzen fest, das ich ziemlich lange unten am Strand saß. Mittlerweile ist es genau 15:27 Uhr. Seufzend sinke ich wieder auf die Kissen. Nein…
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