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Kapitel 22 (Ariean)

~Bills Sicht~
 
Wütend sitze ich in meinem Zimmer. Eigentlich ist mir zum heulen zu mute, doch ich kann nicht. Die Trauer, dass du, Gustav, nicht einmal sagen kann, was jetzt mit dir ist, hat sich in pure Wut umgewandelt, die meinen Körper beben lässt. Warum kannst du dich nicht einmal entscheiden?
Eben, als ich realisiert hatte, was ich dir offenbart habe, war ich sowieso erstmal von mir selbst geschockt. Gut, irgendwann hätte ichs die eh sagen müssen, wenn das mit dem Entlieben nicht geklappt hätte, aber dass es mir so in meiner reingesteigerten Wut einfach so rausrutscht, dass war selbst für mich überraschend.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du mich nicht wirklich ernst genommen hast, dass du eben einfach erstmal nur geschockt warst und darauf hin so wirre und komische Sachen gesagt hast. Ich weiß echt nicht was ich davon halten soll.
Wütend lege ich mich auf mein Bett und starre die Decke an. Toller Urlaub. Ich wollte mich doch eigentlich erholen, aber Pech gehabt. So was wird mir ja nicht gegönnt. Ich und relaxen; nein, da musste doch irgendwas passieren, damit dieses Wunder nicht vorkommt.
Ich drehe mich auf die Seite und merke, wie ich langsam aber sicher immer müder werde. Kein Wunder, so früh wie ich auch schon aufgewacht bin…

Ein Klopfen lässt mich aufschrecken, doch ich bin zu müde um an die Tür zu gehen und diese zu öffnen. „Hey Bill, komm schon, wach endlich auf, willst du nicht frühstücken?“ höre ich die Stimme meines Bruders, doch aus mir kommt nur ein brummen und ich schlage die Decke über meinen Kopf. Können die mich nicht ein mal in Ruhe lassen? Ich brauche auch mal eine Auszeit!
Ich höre, wie es wieder klopf, doch außer einem „RUHE MAN(N)!“ kringe ich wieder nix raus. Ich will Klarheit und bis ich die nicht habe, bewege ich mich nicht einen Zentimeter aus meinem Zimmer, und so lange soll auch niemand hier rein! Außerdem, wenn ich mir die Uhr so anschaue, warum wecken die die mich bitte schon um 10? Sonst schläft Tom doch auch immer länger, oder ist ihm eben eingefallen, dass ich doch joggen gehen wollte und dachte sich dann prompt „Hm, dann will ich ihm diesen Gefallen mal tun und jetzt mit ihm joggen gehen, wo er doch bestimm immer noch sehnlichst auf seinen tollen großartigen großen Bruder wartet!“
Die stickige Luft unter meiner Decke macht mich wieder schläfrig und das letzte was ich wieder höre ist, wie es schon wieder an der Tür klopft. Hat Tom mich nicht verstanden?

Ich blinzle. Wie spät es jetzt wohl schon ist? Na ja, früh bestimmt nicht. Ich setz mich auf und reibe mir den Schlaf aus den Augen. Man tat das gut mal wieder etwas länger zu pennen und ein glück hat ich dann auch niemand mehr gestört… na ja, oder ich hab davon nix mitbekommen. Was du wohl machst? Ob du dir überlegst, was du mir sagen wirst, oder wie du mir aus dem Weg gehen kannst? Na ja, da sollte ich mir jetzt keine Sorgen drüber machen, ich merke schon wieder, wie ich leicht sauer werde.

Ich stehe auf und begebe mich ins Bad um mich zu duschen und etwas zu steilen. Vielleicht lenkt das ja ab und mir geht’s danach besser. Wer weiß?
Die Kälte im Bad lässt mich frösteln und ich bin mir nicht mehr so sicher, ob ich wirklch duschen will, bei diesen Temperaturen hier im Raum. Die Klimaanlage müsste nicht ganz so hoch gestellt werden!
Schließlich beschließe ich aber doch zu duschen, was ich dann auch ausgibig mache, die Wärme genieße und mich danach richtig schön steile. Ich glaube so viel Zeit hatte ich schon lange nicht mehr dafür. Gut, du, Tom und Georg behaupten ja immer, ich würde ewig im Bad sein, aber das lieg nicht am steilen sondern eher an meiner Morgenmüdigkeit, denn das schminken ist inzwischen schon echt rutine geworden.
Ich verlasse das Bad und schaue nun endlich auf die Uhr. Fast 1 und ich hab immer noch nix gegessen, kein wunder dass mein Magen so grummelt.
Da Mir langweilig ist suche ich meinen ipot raus und will ihn gerade einschalten, damit ich nicht immer ans Essen denken muss, da klopft es mal wieder. Hab ich etwa ein Schild an der Tür auf dem ´immer wenn du hier vorbei kommst, bitte kräftig dran hauen` steht? Kommt mir beinahe so vor.
„Ich bins, Gustav, mach mal auf!“ kommt es plötzlich und genervt mache ich mich auf den Weg. Mal sehen was jetzt kommt, aber bitte lass uns die Sache klären, denn ich will  echt mal runter und was essen, hoffe ich und öffne die Tür.
Kurz starren wir uns gegenseitig an, bis du auf einmal auf mich zustürmst und deine Lippen auf meinen platzierst. Bestimmt schiebst du mich und dich weiter in mein Zimmer rein und machst die Tür zu ohne dass sich unsere Lippen los lassen. Langsam begreife ich, was du gerade mit mir machst und langsam gehe ich auf den Kuss ein. Soll as jetzt ne Antwort sein, dass du auch in mich verliebt bist, oder wie?
Mich packen die Zweifel und ich löse mich von dir, wobei ich auch merke, dass anscheinend ein ganzer Schmetterlingsschwarm in meinem Bauch ein neues zu Hause gefunden hat. Irgendwie angenehm.
„Das war doch jetzt kein Test, oder?“ frage ich und hoffe, dass du jetzt nichts falsches antwortest. Ich weiß echt nicht wie ich dann reagieren würde. „Nein, war es dieses mal nicht!“ höre ich dich sagen, „ich glaube… ich hab mich auch in dich verliebt“
Du wirkst richtig schüchtern, süß, finde ich und one weiter zu überlegen küsse ich dich dieses Mal. Wieder flattern die kleinen Schmetterlinge in meinem Magen auf und ab und lassen mich in den Kuss rein lächeln, doch zu mehr als einfach nur die Lippen aufeinander legen, bin ich noch nicht fähig. Ich kann das alles noch nicht wirklich begreifen, wie wir hier so mitten in meinem Zimmer stehen.
Nach einer halben Ewigkeit lösen wir uns wieder und ich schaue dir tief in deine Augen die so doll strahlen, als müssten sie die Sonne übertreffen. „Und, was ist jetzt? Sind wir jetzt zusammen, oder wie?“ frag ich vorsichtig und du zuckst die Schultern. „Ja?“
Ich muss grinsen. Es ist total komisch. Bis vor kurzem war mein Grundsatz ja noch, nie zu heiraten, nie in den Puff zu gehen und NIE etwas mit nem Mann an zu fangen, aber wie man sehen kann hat sich das Schicksaal gegen letzteres entschieden. Irgendwie ein seltsames Gefühl.
„Und wie wollen wir das jetzt den beiden anderen Sagen?“ du guckst mich mit großen augen an. Daran hast du anscheinend noch nicht gedacht. „Ich glaube die haben da drauf sowieso schon die ganze Zeit gewartet. So wie Georg mich gedrängt hat, zu dir zu gehen und den Kusstes zu machen!“ „Was das hat er?“ tue ich empört und muss schon wieder lachen.  Die Stimmung ist längst nicht mehr so angespannt und mir kommt es so vor als hättest du mit deinem Kommen einen Felsbrocken von meinem Herz weg geschoben.
„Irgenwie ist das alles so… unwirklich!“ gebe ich zu und di nickst „Ja, stimmt, aber ich glaube es ist besser, wenn die Presse davon erstmal nix mitbekommt. Das stelle ich mir nämlich nicht gerade gut vor, wenn raus kommt, dass der süße Bill, der Mädchenschwarm der Band Tokio Hotel, aufeinmal doch schwul oder be oder was auch immer, ist und dann auch noch nen Verhältnis mit dem Drummer Gustav, mir, hat!“ „Jo, da hast du recht. Das würde nicht so gut kommen!“
Mein Magen meldet sich wieder zu Wort und ich werde leicht rot. Kann ich ja nichts für wenn ich noch nix gegessen hab!

„Ich hab ne Idee, ich gehe jetzt wieder in mein Zimmer und leg mich hin, mir ist nämlich wieder son bisschen schwindelig, und du gehst was essen. Danach können wir das den anderen erklären, aber zusammen, ja?“ Damit bin ich einverstanden und immer noch fett grinsend gehen wir aus meinem Zimmer, mit dem Gefühl gerade der glücklichste Mensch zu sein. Trotzdem… um den Fahrstul mache ich immer noch einen großen Bogen!
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