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Kapitel 20 (Ariean)

 ~Bills Sicht~

Vorsichtig klopfe ich an deine Tür und warte. Das ich vorhin geweint habe, haben Georg und Tom ein Glück nicht mitbekommen, und wenn haben sie es auf den Vorfall im Lift zurück geschoben. Finde ich aber auch jetzt nicht so schlimm, so bleibt mir nämlich dieses nervige gefrage warum ich denn geweint hääte, erspart.

Die Tür öffnet sich und Georg kommt raus. „Na Bill, bis nachher dann!“ sagt er nur, zwinkert mir zu und geht weg. Was sollte das denn jetzt? Ich fand es vorhin ja schon komisch, als Tom und Georg, nachdem sie sich unterhalten hatten auf einmal meinten, ich solle wenn du wieder aufwachst und es dir besser ginge, ihn mal allein besuchen. Können sie mir nicht wenigstens sagen, was dass soll? Und das `und sei nett zu ihm, er braucht ruhe´ hätte auch nicht sein müssen, soweit bin ich nämlich auch schon gekommen.

Ich trete ein, würde am liebsten aber wieder zurückgehen und Tom auch noch holen. Wenn ich so alleine komme, ohne Tom, was denkst du dann bitte? Ok, wahrscheinlich nix, da man Freunde nun mal besucht, wenn sie krank sind und zu viele auf einmal auch nicht gut sind, aber trotzdem… Ich fühle mich schon son bisschen verunsichert.

Nun stehen wir nur noch 5 Meter, oder weniger auseinander und irgendwie scheinst du für einen Moment verträumt, bis du deinen Kopf leicht schüttelst und mich leicht irritiert ansiehst. „Wie geht es dir?“ frage ich und muss unweigerlich daran denken, wie Tom vorhin noch mal meinte, immer nett und höflich zu bleiben. Ok… das werde ich ja wohl noch hinbekommen.

Du antwortest, dass du noch leicht geschwächt wärst, aber das es ansonsten ginge und ich bin erleichtert. Trotzdem, auf meinem Herzen hängt noch eine last, die ich unbedingt wissen will, die mich bedrückt und ich wissen muss, auch wenn du dich wahrscheinlich fragst, warum ich dieses Thema überhaupt anfange. „Ein Sonnenstich, deswegen der Kuss, stimmts?“  höre ich mich fragen und versuche meine Traurigkeit in der Frage zu verbergen. „Ja!“ kommt es von dir, den Rest des Satzes nehme ich nicht wahr, denn ich muss fast schon wieder heulen. Man, das ist ja fast schon peinlich.

Als ich noch mitbekomme, dass irgendwas dir leit tut, meine ich nur, dass es dir nicht leit tuen muss und ringe mir krampfhaft ein Lächeln ab.

Verzweifelt suche ich in meinem Gehirn nach etwas und finde es auch, was ich gesucht habe: Meine `Friede, Freude, mir geht’s bestens´ Maske und ich setze sie sofort auf. Normalerweise finde ich diese Maske schneller, aber heute schien sie besonders tief vergraben zu sein. Gut, dass sie jetzt wieder da ist.

„So Schluss damit!“ kommt es von mir und meine Stimme klinkt nicht mehr annähernt so traurig. Ein Glück kann nur Tom in mich hinein sehen. Bei ihm genügt das schon völlig, denn das kann manchmal ganz schön nervig sein. Er quetscht mich dann immer bis aufs kleinste aus, warum es mir nicht so gut geht usw. bis ich es ihm dann sage und er dann immer den Gesichtsausdruck aufsetzt `Wusste ichs doch, lag ich mit meiner Vermutung doch richtig!` Wenn er es schon immer weiß warum quetscht er mich dann immer noch aus?? …Gut, ich gestehe, ich mache das auch so…

Wir unterhalten uns über den Vorfall im Fahrstuhl und ich schaffe es, meine Traurigkeit immer weiter zu verdrängen. Man muss alles positiv sehen, denn immerhin, wir reden jetzt normal miteinander. Ich meine, rein theoretisch könnte das jetzt ja auch anders sein, aber so ist es schon gut!

Ich merke, wie deine Augen immer kleiner werden, bis du schließlich meinst, dass ich doch bitte gehen soll, er wolle jetzt schlafen. Am liebsten hätte ich gesagt, dass ich ihm dabei gerne zugeschaut hätte, aber das geht ja nicht. Er muss mich wegen meines Benehmens der letzten Wochen sowieso eigentlich für Geistig verwirrt halten, da komme ich jetzt nicht mit so was. Außerdem hab ich mir ja auch vorgenommen, mich nicht in meine Verknalltheit rein zu steigern. Tom hat meistens recht und das das nur ne Phase ist kann doch echt gut sein?!

Ich verabschiede mich von dir und gehe raus. Kaum mache ich die Tür zu, kommt auch schon Georg um die Ecke, als ob er auf ein Zeichen gewartet hätte, aber das wäre ja zu blöd.

"Na, was habt ihr 2 so gemacht?“ fragt er mich und ich schaue ihn skeptisch an. Was erwartet er jetzt von mir, dass ich sage? … Moment mal, war doch eindeutig eine Anspielung, diese sau. Er weiß doch gar nicht… Tooom, warte nur, bis du mir in die Hände kommst!!

Ich werde leicht rot, drehe mich deshalb schnell von Georg weg „Wir haben nur geredet, was hätten wir sonst tun sollen? Außerdem, Gustav will jetzt schlafen!“ meine ich, und gehe Richtung Toms Zimmer. Wenn er wirklich Georg was davon gesagt hat, dann… kill ich ihn, schließlich war es ein Zwillingsgeheimnis, das darf man nicht missbrauchen! Bald wird es nicht mehr `Kill Bill´ sondern `Kill Tom´ heißen. Hört sich eh viel besser an!!

Ich klopfe und sofort reißt der nix ahnende, anscheinend schon wartende Tom die Tür auf und grins mich wie Georg an. Ich trete ein und mache die Tür zu. „Ach liebstes Brüderchen!“ treller ich, gehe auf Tom zu und umarme ihn, nicht aber, ohne einen Vorwant zu haben. Kaum habe ich den überraschten umarmt, bohre ich auch schon meine langen Fingernägel in en Rücken. Wozu diese super Waffen alles gut sein können…

„Au, Bill, was soll das, hör auf damit!“ kommt es auch schon wie nicht anders zu erwarten von meinem Brüderchen. „Nö, hab jetzt keine Lust!“ gebe ich aber nur ab und drücke noch fester zu. Ach wie lieb ich ihn doch habe…

„Bill, ich habe dir nix getan, also würdest u bitte deine Krallen einziehen?“ Werde ich auch schon von Tom angeschnautzt. Haha, ich sage ja, Fingernägel sind was tolles, man muss sie pflegen, denn wie soll man sich sonst gehen hinterhältige Brüder wehren können? Das muss man(n) schließlich!

„Ach, du hast also nix gemacht? Wie kommt es dann nur, dass seit dem du mit Georg gesprochen hast, er andauernd Anspielungen machen, hä? Das wüsste ich mal echt gerne!!“ „Ähhhhhhhhhhhm, ja also, ok, ich habs ihm gesagt, also das du dich in Gusti verknallt hast, aber es hatte einen Grund…“ „Hallo, tickst du noch ganz richtig? Wenn es hätte Georg erfahren sollen, dann hätte ich es ihm auch persönlich gesagt, oder besser noch, ich hätte mir gleich ein Tattoo auf die Stirn machen lassen, wo rauf steht `Ich, Bill Kaulitz, habe mich in Gustav Schäfer verliebt´. Aber nein, mein werter Bruder hellt es für nötig, mir diese Peinlichkeit ab zu nehmen und es für mich allen zu sagen. Wenn Georg das jetzt Gustav sagt… Wehe Tom, wehe!“ ich drück meine Fingernägel noch einmal richtig zu, dann stoße ich ihn weg und gehen in mein eigenes Hotelzimmer. Pf, Tom und mein Zwilling, ich glaube da ham uns unsere Eltern 17 Jahre lang verarscht. In echt haben sie Tom bestimmt nur adoptiert, weil sie fanden, dass ich alleine so einsam wäre. Hätten sie auch lassen können.

Nun sitze ich hier auf meinem Bett. Irgendwie ist mir langweilig und ich werde langsam müde. War ja auch nen anstrengender Tag heute. Erst der Kuss, dann das Stecken bleiben im Lift, dann Gustavs Krankheit und zu guter letzt auch noch die Hinterhältigkeit des eigenen, wahrscheinlich adoptierten Bruders. Das hätte auch gereicht, wenn es auf 2 oder 3 Tage verteilt gekommen wäre, aber am besten noch: Gar nicht. Wieso müssten mir auch immer so viele dumme Dinge passieren?

Ich beschließe es dir gleich zu tun und mache mich Bettfertig. Wenn jetzt noch wer kommen würde, ob ich heute Abend noch was machen wollte, dann würde der oder die nur eine zugeschlagene Tür vors Gesicht bekommen, denn wenn mich wer fragen würde, dann wäre das Tom und ihm eine Tür vor die Nase zu schlagen… im Moment hätte ich da echt wenig Probleme mit…. Aber wenn er mich wirklich gut kennt, was ich doch wohl trotz allem  hoffe, weiß er, dass ich jetzt zu nix mehr bock habe. Er sollte es jedenfalls zu seinem Wohl wissen!

Ich lege mich in mein Bett und muss feststellen, dass es furchtbar bequem wäre, wenn nicht schon wieder so ein Quietschen hinzugekommen wäre. Ich hab irgendwie so das Gefühl, als würden alle Hotels, kaum würde sie den Namen Tokio Hotel vernehmen, gleich die Zimmer frei halten, an dehnen irgendein Makel ist. Oder Das Zimmer wird immer auf mich geschoben, weil ich vor den Hotels immer noch am längsten Autogramme gebe… dabei, hier hab ich keine Autogramme verteilt!

Meine Gedanken werden immer weniger, meine Augen immer schlaffer. Mit letzter Kraft schaffe ich es noch den Lichtschalter zu betätigen, dann falle ich auch schon in einen tiefen Schlaf; jedenfalls bis…

Wütend schlage ich die Augen auf; warum kann ich jetzt nicht mehr schlafen? Seit genau einer Stunde welze ich mich nun schon von der einen Auf die andere Seite, dabei ist es erst 6 Uhr in der früh. Das kann doch echt nicht sein, dass mein Körper mir jetzt schon befielt, auf zu stehen, wo ich doch sonst den ganzen Tag durchschlafen kann. Genervt steige ich aus dem Bett. Dank des Quietschens hab ich auch keine Lust mehr, mich weiter in ihm auf zu halten. Zum Steilen hab ich jetzt gerade auch nicht wirklich bock, eher auf… joggen? Geht’s mir noch gut, Bill hast du Fieber?? Ich mache doch nie freuwillig Sport! Nie… außer vielleicht heute, der Tag der Gegensätze wie mir scheint.

Ich überlege. Ob wohl sonst noch wer Lust hat, mit zu kommen? Ich glaube eher weniger, aber es könnte ja sein, also klappre ich all meine Bandkollegen ab. Als ich an Toms Tür klopfe und frage, ob er mit joggt, höre ich nur einen Gegenstand gegen die Tür fliegen. Das sollte wohl nein bedeuten. Georg hört mich nicht mahl und das ganze Hotel zusammen schreien will ich auch nicht. Schließlich will ich gerade an deiner Tür klopfen, als mir einfällt, dass du ja Krank bist. Mist daran hab ich ja gar nicht gedacht, aber ne, wenn ich so an alleine joggen denke… irgendwie vergeht mir gerade wieder die Lust auf Sport. Puh, ich bin doch noch nicht mutier. Glück gehabt!

Da ich eh nichts Besseres weiß, klopfe ich trotzdem bei dir. Du bist ein Frühaufsteher, vielleicht…? „Ja, wer ist da?“ höre ich dich auch schon fragen und ich antworte sofort „Ich, Bill, wollte gucken ob du schon wach bist, weil die anderen alle noch pennen und ich nicht mehr schlafen kann!“  Kurz darauf sind ein paar Schritte zu vernehmen und du öffnest mir die Tür- noch im Schlafanzug. „Hab ich dich geweckt?“ frage ich schnell, doch du schüttelst den Kopf und deutest auf das innere deines Zimmers. „Ich kann auch nicht mehr schlafen!“ kommt es darauf hin von dir.

Ich gehe rein, setze mich auf einen freien Stuhl und wir fangen an uns über dies und das zu unterhalten. Man muss bedenken, um 6 Uhr morgens! Da Gustav, trotz der Dunkelheit draußen kein Licht angemacht hat, kann man den Mond durch ein großes Fenster scheinen sehen und wie magisch angezogen, muss ich die ganze Zeit zu ihm hin schauen. Über was wir genau reden, weiß eigentlich nicht wirklich, denn über meine Antworten denke ich nicht nach; sie kommen einfach, und ich merke nicht was ich sage.

„Bill?“ höre ich es auf ein Mal direkt neben meinem Ohr, sodass ich mich erschrocken umdrehe. Ich hab gar nicht mitbekommen, dass du dich neben mich gesetzt hast, eben lagst du doch noch im Bett!

Wie du mir so gegenüber sitzt und mich anschaust kommt mir die Situation plötzlich sehr bekannt vor. Sie erinnert mich an… Deine Augen fangen leicht an zu leuchten, ich spüre deinen Atem auf meinen Lippen und schon wieder… schon wieder küsst du mich!

Erschrocken stehe ich auf und mache einen Schritt rückwärts. „Gustav?“

„Sorry,  war nur ein Test…“ kommt es abermals von dir und plötzlich steigt in mir Wut auf, sodass ich dich gar nicht erst aus sprechen lasse. Wie versteinert starrst du mich an, als ich auf einmal los brülle „Mensch, schön und gut, das es nur ein Test für dich ist, aber langsam reicht es mir! Nachdem du das erste Mal schon den Test in der Höhle gemacht hast, hat es mir schon gereicht, kannst du nicht auch mal an mich denken? Für dich ist es vielleicht nur ein Test, aber weißt du was? Für mich ist das um einiges schwerer, ich versuche nämlich gerade, mich nicht noch mehr in dich zu verlieben, da hilft es mir herzlich wenig, wenn du mich dann auch noch küsst!“

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