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Kapitel 18 (Ariean)

~Bills Sicht~

„Ach du musst wissen ich wollte wissen ob es wirklich stimmt, das dieser Tunnel hier solch eine verliebte Stimmung verbreitet, nicht das ich verliebt in dich bin, nicht falsch verstehen, es war einfach nur eine Probe und ich muss sagen, außer das das Wasser brühend warm ist, ist es doch nu rein Gerücht“ höre ich dich sagen und ohne es aufhalten zu können kommt es mir so vor, als hättest du gerade einen Dolch in meine Brust gerammt.

Schön, dass du nur die Stimmung hier testen wolltest, aber warum gerade jetzt?? Hättest du nicht noch 1-2 Tage warten können, dann hättest du bestimmt ein passendes Mädchen gefunden und hättest mich, der sowieso am verzweifeln ist, weil alles darauf hindeutet, dass ich mich in dich verliebt habe, nicht so verletzen müssen!

Ich sehe wieder in dein Gesicht, was mir auf einmalfurchtbar weiß vorkommt und sofort frage ich, ob du dich irgendwie schlecht fühlen würdest, doch du verneinst es. Trotzdem… wie du aussiehst, gefällt mir gar nicht. Kann es sein, dass ich dich gerade mit irgendetwas infiziert habe?? Mache ich dich krank? Ich hoffe doch mal nicht!

Ich höre Tom rufen, ob wir weiter wollen und frage dich auch gleich, doch du willst lieber noch etwas rum gehen und gucken. Komisch, eben hast du dich noch total gefreut, hier im Wasser eine Abkühlung zu finden und wolltest auch unbedingt mit zu einer kleinen Bucht schwimmen, aber jetzt nicht. Dir geht es doch nicht gut, das merke ich genau, oder willst du mit mir jetzt das gleiche Ausweichspielchen spielen, was ich mit dir gespielt habe? Hast du eventuell die gleichen Gefühle wie ich?
Nein, das glaube ich nicht.

Kaum bist du weg, geht auch Georg aus dem Wasser und lässt mich und meinen Bruder allein. Soll ich es ihm sagen, oder nicht? Wie wird Tom reagieren, wenn ich von unserem Kuss erzähle?
„Hast du Gustav geküsst?“ höre ich es plötzlich leise durch meine Ohren hallen und ich zucke erschrocken zusammen. Anscheinend hat er es gewusst, hat es mir sofort angesehen und auch gespürt, aber soll mich das jetzt wundern? Wir sind schließlich Zwilling und da können wir schon froh sein, dass Tom mal ausnahmsweise nicht den gleichen Geschmack hat wie ich und sich nicht in Gustav oder Georg verknallt hat. Das wäre es ja auch noch. Ich und Gustav, und Tom und Georg. Unser guter Bandruf wäre völlig hin!!
 

„Nein, Tom, hab ich nicht…“ sage ich leise und blicke kurz zu meinem Zwilling auf, doch der wartet nur mit einer hochgezogenen Augenbraue, dass ich ihm erkläre, was sonst los war. Mist, man kann ja auch nix vor ihm verbergen, aber wenn ich ehrlich bin… ich bin doch froh, mein kleines scheiß Geheimnis einem guten Freund anvertraut zu haben, Tom.

„Nein, ich habe Gustav nicht geküsst, ER hat mich geküsst!!“ gebe ich nur, immer noch verwundert, von mir. Im Flüsterton leider ich noch deine Entschuldigungen dafür runter, doch egal wie oft ich sie sage, wie oft ich sie in meinem Kopf  wiederhole, sie scheinen mir einfach nicht plausibel: Warum solltest du mit mir ausprobieren wollen, ob die Atmosphäre in diesem Liebestunnel funktioniert?? Ach man…

„ER hat DICH geküsst? ER dich, bist du dir da ganz sicher??“ Ich nicke. Was sollte ich sonst auch schon groß tun, außer nicken? Ich meine, ich sag ja die Wahrheit: er hat mich an den Rand gezogen und mich auf einmal geküsst, oder sehe ich das falsch? Nein, da bin ich mir ganz sicher und das ist es ja, was mich so verwirrt, was in mir so einen Tornado verursacht hat, der mein ganzes Gehirn zu vernichten und zu verwüsten droht! Das ist alles so komisch, alles und das jetzt seit 1, 2 oder waren das schon 3 Wochen? Im Prinzip ist das ja auch egal.

„Hm…“kommt es Nachdenklich von meinem Gegenüber und ich schaute ihn erwartungsvoll an. „Es könnt sein, dass… er hat sich in letzter Zeit auch so merkwürdig verhalten… vielleicht… Nein, das glaube nicht!“ hörte ich seinem lauten Denken zu, aber soweit wie er war ich auch schon gekommen. Zu dem Punkt `Das kann nicht sein´ konnte man letztendlich ja auch nur gelangen, sonst gäbe es ja wieder Hoffnung und die war vielleicht auch nicht gut, denn… wenn es nur eine Phase ist, dann darf ich mich da ja auch nicht zu sehr reinsteigern, sonst würde das keine Phase bleiben, die es noch ist, oder ist es schon keine mehr??

„Ich weiß auch nicht was das sollte, ob ich seiner Ausrede glauben soll oder nicht. Man es hat sich aber so gut angefühlt!“ auch wenn Tom mein Zwillingsbruder ist, ich kann ihm dabei nicht in die Augen schauen, denn wenn mir mein gesprochener Satz schon nicht gefällt, wie wird er ihn dann erst finden?
„… ok, kann ich verstehen…“ höre ich und kann es kaum glauben. Na gut, dann ist Tom eben mal fürsorglich, das braucht ich glaube ich auch gerade, und ich merke, wie mein Bruder mich umarmt. „Irgendwie hab ich keine Lust mehr hier rum zu schwimmen, wollen wir nicht doch lieber die anderen suchen?“ ich nicke und so suchen wir Georg und Gustav.


~~*~~


Nach ner guten 3//4 Stunde haben wir die beiden immer noch nicht. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt, ist ihnen wohl etwas passiert? Langsam machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Vielleicht sind sie ja auch schon mal vorgegangen; wäre aber trotzdem netter gewesen, hätten sie uns bescheid gesagt, aber gut, ich will sie darauf auch nicht gleich ansprechen, denn wenn ich ehrlich bin will ich bald ins Bett, dabei ist es erst 6! Bin echt schon saumüde.

Als wir in den Fahrstuhl steigen, sind meine Augen nur noch nen Spalt weit auf und ich lehne mich genüsslich an eine Wand- schließe kurz die Augen. „Äh, Bill, was hat da gerade so knack gemacht?“ stört mich wer beim dösen und genervt öffne ich die Augen. „Was weiß ich, ist doch egal, sind wir nicht bald in unserer Etage?“ mühsam schaue ich auf die Stockwerkanzeige, wo mir die roten Ziffern 05 entgegen springen, dass es richtig weg tut. „Na ja, gleich müssen wir jedenfalls raus hier, dann kurz zu den Anderen und dann ins Bett!“ „Sag mal, bist du krank oder warum willst du jetzt schon in Bett? Außerdem, Bill, ich hab son komisches Gefühl… Ich glaube der Fahrstuhl bewegt sich nicht mehr!!“

Mit einem Schlag bin ich wieder hell wach, meine Müdigkeit ist davon geflogen. „Tom, nein, das kann nicht sein, das bildet du dir ein! In wenigen Sekunden wird das Schild da oben 06 anzeigen und mit einem Pling wird sich die Tür öffnen; wie immer!“ Ich starre die Anzeige an, versuche sie zu hypnotisieren, versuche die Bewegung des Fahrstuhls wahr zu nehmen, doch nichts. Nein, wir stecken jetzt doch nichtwirklich fest, oder?

Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, während ich es einem Bruder gleich tue und wie versteinert in sein Gesicht starre. „Ne, nicht wirklich…“ flüstert er und in mir steigt Panik hoch. Wie kommen wir hier wieder raus, wie lange wird die Luft hier drin noch für uns beide reichen, hab ich genug platz zum atmen? Ich merke, wie ich Angst bekomme. Gut, Platzangst hatte ich schon immer ein wenig, wenn wir in kleinen Flugzeugen saßen- und Tom geht es da auch nicht anders, aber bisher hatte ich es noch nie in einem Fahrstuhl, aber ich bin bisher auch noch nie mit einem stecken geblieben.

„Gibt es hier nicht irgendwo son Notschalter? In Deutschland gibt es immer einen!“ hör ich es wider und denke daran, wie viel Luft man verbraucht, wenn man spricht…auf jeden fall mehr, als wenn man nur ruhig da steht… aber Tom hat recht, in einem modernen Lift sollte ein Notknopf für solche fälle vorhanden sein.

Tom hämmert schon wer weiß wie doll auf allen Knöpfen, Tasten- allem drückbaren herum, denn bitte; welcher Knopf ist der Notknopf? Es gibt so viele aber keinen roten, nur 2 gelbe und ob die stimmen weiß ich auch nicht. Kann ich Griechisch? Nein!
Wieder drückt Tom erneut alle Tasten und plötzlich ist eine Stimme zu hören, die uns irgendwas zu fragen scheint.

„Äh, I`m sorry…we can`t speak… Griechisch?!” brabbel ich sofort in meinem Englisch los, aber die Frau, die uns durch den Lautsprecher voll labert, scheint selber kein Englisch zu können, denn sie spricht munter auf Griechisch weiter.
„Helloooooooo, weneed help! The lift doesn´t drive any more!( Anm. der Autorin: Ich weiß jetzt nicht ob das alles grammatikalisch so korrekt ist, aber in so einer Situation denkt man da ja eh nicht drüber nach)” Tom klingt gar nicht gut. Wusste nicht, dass er so doll Platzangst hat… ok, mir geht es gerade auch nicht so besonders!

Mutlos, weil nichts mehr aus dem Lautsprecher zu hören ist, setze ich mich in eine Ecke, Winkel die Beine an und versuche möglichst wenig und doch genug zu atmen. Man, merkt denn niemand, dass ein Fahrstuhl nicht mehr geht? Und wo ist Gustav? Er könnte mich jetzt ruhig retten kommen, äh ich meine uns retten kommen. Nach dem er mir das mit dem Kuss angetan hat, könnte er mir auch mal nen Gefallen tun!

Es wird immer stickiger hier drin und die grellen Lampen tragen der Abkühlung auch nichtgerade bei. Wird uns noch wer vor unserem Erstickungstod finden? Langsamzweifel’ ich daran….

Plötzlich knackt es unter mir und wir sacken ein paar Zentimeter ab. Oh nein, wir werden doch jetzt nicht auch noch abstürzen? Bye, bye du schönes Leben, war schön etwas von dir genießt haben zu dürfen, immerhin wird es ein spektakulärer Abgang der Twins von Tokio Hotel…

Pling, die Tür öffnet sich und die Anzeige zeigt 06. Ok, ok, dann sterben wir noch nicht? Schnell haste ich aus dem Lift in unseren Flur, spüre wieder frische Luft, kann wieder normal atmen, tut das gut! Neben mir stützt sich Tom keuchend auf seine Knie, schaut einmal kurz auf und dann wieder auf den Boden. „Komm, lass uns jetzt zu den anderen, ihnen davon erzählen, aber nicht lange. Jetzt kann ich auch ne Mütze Schlaf vertragen! Kam mir vor, als wären wir ne Ewigkeit dort drin gewesen, dabei waren es knapp 15 Minuten. Hast du auch den kurzen Abfall gemerkt? Ich dachte schon unser letztes Stündlein hätte geschlagen.“ Meine Güte, wie viel er schon wieder sprechen kann, aber gut. Gesagt getan, langsam und noch immer mit Herzklopfen gehen wir los.

Da in Georgs Zimmer niemand auf macht schlendern wir weiter zu Gustav. Ich klopfe vorsichtig an und schon höre ich Stimmen und Georg öffnet mir.
„Gut, dass ihr kommt“, empfängt er uns. „Gustav geht es nämlich gar nicht gut. Hat zwar nur nen Sonnenstich, aber nen ziemlich heftigen! Sagt mal, wieso seit ihr eigentlich so blas und hechelt komisch rum? Sagt jetzt nicht, ihr habt auch einen?!“ Ich schüttle den Kopf, kann es nicht fassen, dass Gustav nen Sonnenstich hat, auch wenns eigentlich kein Wunder ist, bei der Sonne. Hat er mich vielleicht doch nur geküsst, weil ihm schwindelig war und er mich als eine andere Person vor sich sah? Das muss es sein, jetzt weiß ich es. Irgendwie macht mich das jetzttraurig.
Ohne es zu wollen steigen mir die Tränen in die Augen und ich renne schnell ins Bad...
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