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Kapitel 17 (Tigerauge)

~Gustavs Sicht~ 

Herrlich scheinende Sonne, glasklares Wasser, Korfu ein wunderschöner Ort und…der beschießende Kuss. Was ist bloß in mich gefahren? Ich wollte doch nur mit dir reden und dich nicht gleich küssen. Wie albern sich das schon anhört. Ich, Gustav Schäfer, Drummer von Tokio Hotel küsst Bill Kaulitz, Sänger von Tokio Hotel. Es liegt sicher nur an diesem Ort hier, ja genau daran muss es liegen, aber wie komm ich jetzt aus dieser misslichen Lage raus? Verdattert schaust du mich an und ich glaub ich schau auch nicht anders drein. Es hat mich ebenso überrascht wie dich. Ein Glück haben das nicht unsere anderen zwei Bandkollegen gesehen, das wäre ja nur noch schlimmer. Es reicht jedoch schon dass es passiert ist.
 

Ich muss zu meinem Bedauern zugeben, das mir der Kuss gefallen hat. Diese prickelnde Gefühl und…wäre die Person, die ich küsste jemand anderes, wäre ich nicht so abgeneigt. Aber du, du Bill, mein bester Freund und dazu auch noch Männlich, ich bin doch nicht schwul…oder? Vielleicht Be, ach quatsch, Gustav was reimst du dir da für ein Unsinn zusammen.

„Ähm…ähm…Gustav was…was war das gerade?“ ergreifst du das Wort nach endlosem schweigen und stotterst verwirrt. Was soll ich sagen?
Nervös fahre ich mit der rechten Hand durch mein Haar und vergrößere den Abstand zwischen uns. Das vorher ach so warme Wasser, wirkt jetzt bitter kalt. Kalt wie Eis. Meine Körpertemperatur sinkt von Sekunde zur Sekunde und meine Knie fangen leicht an zu zittern, was ich jedoch versuche zu vermeiden, sonst glaubst du noch ich hätte Angst oder etwas des gleichen.
Locker und gelassen, Gustav so musst du ihm gegenüber stehen.
„Ach du musst wissen ich wollte wissen ob es wirklich stimmt, das dieser Tunnel hier solch eine verliebte Stimmung verbreitet, nicht das ich verliebt in dich bin, nicht falsch verstehen, es war einfach nur eine Probe und ich muss sagen, außer das das Wasser brühend warm ist, ist es doch nur ein Gerücht“ Was schwafle ich da für ein Zeug zusammen, aber es wirkt selbstbewusst und von wegen warm ich friere, friere zum Teufel noch mal.

Da wollte ich mit dir reden und wissen warum du dich so komisch in letzter Zeit benimmst und da benehme ich mich auch nicht anders. Wie kann ich auf deine Stimmungsschwankungen sauer sein, wenn ich noch nicht mal meine in griff bekomme. Ich verstehe mich nicht, seit tagen schon verstehe ich nicht mehr was in mir vor geht. Alles so verwirrend und schwer. Vielleicht mach ich es mir auch unnötig schwer, aber wie gesagt ich verstehe mich nicht mehr. Wie kann sich das zwischen uns wieder einrenken, wenn wir selbst nicht wissen was wir wollen. Was ich will.

Du schaust mich ungläubig an. Wie kann ich verlangen dass du mich verstehst.
„Alles in Ordnung mit dir, du wirkst so blass“ fragst du mich besorgt. Nichts ist in Ordnung und ich will so schnell wie möglich aus diesem eiskalten Wasser raus.

„Hey ihr zwei, wo bleibt ihr denn?“ ertönt Toms Stimme einige Meter von uns entfernt.
„Ähm…wollen wir weiter?“ fragst du verlegen und blickst Richtung Tom.
Ich wage ebenfalls einen Blick zu Tom und erkenne wie er dir komische Blicke zu wirft. Schon klar warum, doch  ich bin nicht in Stimmung für Toms Hilfeversuche oder des Gleichen. „Geh du, ich will mich hier noch etwas umsehen“ erwidere ich normal und schwimme in die Richtung zurück, von der wir kamen. Am Ausgang des Tunells angekommen steige ich schnell aus dem Wasser. Wieso fühlt es sich so plötzlich so kalt an? Zitternd am ganzen Körper laufe ich etwas durch die Gegend, was nicht einfach auf den Steinen ist. Obwohl die Sonne wirklich heiß ist, friere ich immer noch. Toll mein Handtuch habe ich unten am Eingang vergessen, ach na ja was soll’s.
Immer noch ziellos herumirrend erbreitet sich etwas sehr wunderschönes vor mir.  Am Punkt der Klippen zeigt sich das große Meer mit dessen vollen bracht. Durch die Sonne, die sich im Wasser spiegelt, scheint als ob es glitzert.  Direkt unter mir geht es steil hinunter. Da runter zu fallen wäre nicht gerade angenehm.

Mein Blick wird verschwommen. Alles fängt an zu schwanken. Das Schwindelgefühl wird immer stärker, bis mir schwarz vor Augen wird. Zugleich spüre ich eine Hand die mich am Arm packt und zurück zehrt. Durch diesen Ruck komme ich wieder ganz zu Bewusstsein und bemerke dass ich fast diesen steilen Abhang hinuntergepurzelt wäre.

„Sag mal tickst du noch ganz. Was sollte das werden?“ keift mich eine bekannte Stimme hinter mir an. Georg steht dort und hält meinen Arm immer noch fest im griff.
„Was meinst du?“ blicke ich ihn fragend an.
„Hattest du vor deinem Leben ein Ende zu setzen“ erwidert er verärgert.
Was, wie kommt er den darauf?
„Spinnst du, ich hab mir nur die schöne Aussicht angeguckt“
„Tja, dann solltest du dich mal lieber nicht so weit vorbeugen“
„Mir wurde nur etwas schwindelig“ antworte ich und löse meinen Arm aus seinem Griff.
„Warum bist du eigentlich so schnell verschwunden und warum fühlst du dich so kalt an?“
Mein Kopf brummt bei all diesen Fragen. Eher mein Kopf noch platzt laufe ich ohne zu antworten an ihm vorbei. Ich fühle mich ganz und gar nicht wohl. Seine Rufe ignoriere ich gekonnt und laufe einfach weiter. Wieder wird mir leicht schwindelig und die Sicht vor meinen Augen wird verschwommen. Schwankend gehe ich Schritt für Schritt weiter, einfach weiter.
„Hey, was ist los?“ vernehmen meine Ohren Georgs Stimme neben mir, der mich wieder festhält, da ich dem Anschein nach fast zu Boden gesackt wäre. Gute Frage, was ist los. Mir geht’s einfach nur beschissen und ich weiß nicht warum.
„Lass uns zurück ins Hotel gehen“
Fast kraftlos folge ich Georg ins Hotel.  Ins Bett, ja genau ins weiche Bett und unter die Decke einkuscheln. Mir ist schweinekalt.

Im Zimmer angekommen sinke ich aufs Bett und gebe einen erleichternden Seufzer von mir. Schnell wickle ich die Decke um mich. „Soll ich einen Arzt rufen?“ fragt Georg, der sich an die Bettkante gesetzt hat und mich besorgt anguckt. „Ne lass mal, das geht wieder vorüber“ winke ich ab. Lächerlich bei so einer Kleinigkeit einen Arzt zu rufen. Das wird schon von alleine weggehen, etwas schlaf und basta.
„Warum bist du eigentlich so schnell verschwunden. Tom meinte zu mir nur ich soll dir lieber folgen und ich bin froh das ich das getan habe, sonst wärst du noch den Abhang hinuntergestürzt“
Schön einen Freund zu haben der sich um einen Sorgt, aber halt mal, Tom hat ihn geschickt. Entsetzt setzte ich mich kerzengrade im Bett auf und reiße meine Augen auf. „Was hat dir Tom erzählt?“ frage ich beängstigend.
„Ähm…nichts nur das ich dir folgen soll, warum?“
Erleichtert lasse ich mich wieder zurück in die Kissen sinken. Tom weiß von dem Vorfall im Tunnel mit Hunderterprozentigkeit. Auch wenn Bill ihm nichts erzählt hätte, was ich nicht glaube, bemerken Zwillinge immer, wenn bei dem Anderen was geschehen ist. Hauptsache Georg weiß nix davon, es muss ja nicht gleich die ganze Band davon wissen.
„Hab ich da was nicht mitbekommen?“ hackt Georg nach und mustert mich aufs Genauste.
„Sei mir nicht böse, aber ich hab-“ weiter komisch ich nicht, da meine Beine mich, so schnell sie können, zum Klo bringen, über dem ich mich übergebe. Fühl ich mich elend, das kann doch nicht nur an dem Vorfall liegen. Schöner Urlaub, der fängt ja wirklich wunderbar an.

„Ich hol jetzt einen Arzt“ meint Georg.
„Nein, das brauchst du nicht“ gebe ich mit letzter Kraft von mir. Georg bleibt vor der Tür stehen. „Ach  komm, du siehst wirklich nicht gut aus“ und da verschwindet er, ehe ich ihn davon abhalten kann, aus dem Zimmer. Danke mein Guter, mir ist klar, dass ich nach dem Übergeben nicht wirklich prickelnd aussehe.
Nachdem ich mir kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt habe und meinen Mund ausgespült habe, lege ich mich zurück ins Bett.

Das Aufgehen der Tür vernehme ich eine Zeitlang später und entdecke drei Gestalten die das Zimmer betreten. Georg, David und der dritte muss dann wohl der Arzt sein.
David schaut, ebenso wie Georg, besorgt drein. Herr Gott, ist doch wirklich nicht so schlimm…glaub ich.

Allmählich verliere ich den Überblick über die ganzen Untersuchungen, die der Arzt an mir vernommen hat. Ich will doch nur hier liegen und meine ruhe haben, ist das wirklich zu viele verlangt. Anscheint schon.
„Und was hat er?“ erkundigt sich David bei dem komischen Arzt.
„Die Symptome die er aufweißt deuten darauf hin, dass er die Sonne nicht so gut verkraftet hat. Die Übelkeit, die Schwindelgefühle und das Zittern . er hat einen Sonnenstich.“ Georg kann sich bei dieser Diagnose ein kleines Lachen nicht verkneifen. Wie gern hätte ich ihm in diesem Moment den Hals umgedreht. So lustig finde ich all dies ganz und gar nicht. David blickt in böse an, was Georg gleich verstummt läst.

Na immerhin, jetzt habe ich eine sehr gute Ausrede, wenn du noch mal auf den Vorfall im Tunnel zu sprechen kommst. Ich hatte bzw. habe ein Sonnenstich und wusste nicht was ich da tat. Hoffentlich vergeht das bald wieder, denn es fühlt sich wirklich nicht gut an.

David unterhält sich noch mit dem Arzt, was ich immer und immer weniger wahrnehme. Nicht achtend wer alles im Zimmer ist, falle ich langsam in den Schlaf. Ich vernehme noch weiter Stimmen im Zimmer, doch habe keine Kraft sie jemanden zuzuordnen und schließlich schlafe ich ganz ein.

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