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Kapitel15(Tigerauge)


~Gustavs Sicht~

„Gustav, David möchte mit uns reden“ brüllt Georg, nachdem seine Klopfversuche absichtlich von mir überhört wurden, durch die Tür. Was will David schon wieder? Es ist keine Stunde her, als er mir die Ohren voll gequasselt hat. Na ja, es vielleicht etwas Ablenkung von meiner schlechten Laune und dem ödem Zimmer hier.
Als ich die Tür mit einem Schwung aufmachte, wäre Georg fast auf mich gefallen, da der Gute nicht aufhören konnte zu klopfen.„Na endlich“ schnaubt er erschöpft. Wusste gar nicht das klopfen so anstrengend sein kann! „Sorry, hab gepennt“ lüge ich und dränge mich an ihm vorbei in den Flur. „Du siehst aus wie zehn Tage Regenwetter“ meint er und runzelt die Stirn.„Hmm…lass uns los“ winke ich seine Bemerkung ab und laufe voraus.
Eine Etage tiefer klopfen wir an Davids Tür, die uns sogleich geöffnet wird. Im Zimmer sitzen Tom und Bill zur linken. Sobald unsere Blicke sich treffen weichst du aus und schaust verlegen zu Boden. Tom wirkt angespannt und in dem Moment fällt mir meine schlechte Laune wieder ein und werfe ihm einen kühlen Blick zu. Der eine Zwilling wird langsam wieder normal und der Andere bekommt diese Stimmungsschwankungen. Wortlos lassen Georg und ich uns gegenüber auf die freien Stühle fallen.
„Warum sind wir hier?“ fragt Georg und blickt in die Runde.
David blickt einen Augenblick zu den Zwillingen, Tom nickt um schließlich wieder zu uns zu gucken. Irgendetwas stimmt hier nicht. Was haben die Drei ausgeheckt? Misstrauisch warte ich auf Davids Erklärung, der uns nicht lang warten läst.„Nun ich habe eine freudige Nachricht für euch. Ihr habt ab morgen eine Woche frei und solltet verreisen“
Baff über die Worte starre ich ihn ungläubig an.„Aber…aber du hast mir doch gesagt, dass wir viele Termine haben“ stelle ich klar.„Ach, ein paar Tage frei würde uns allen Mal gut tun. Momentan sind wir alle etwas gestresst und dadurch gereizt. Eure Termine habe ich alle verschoben“
Irgendwie sagt mir dass die Zwillinge bei Davids Entschluss nicht ganz unschuldig sind. Weiß etwa jeder hier in diesem Raum, weshalb du so komisch bist, außer mir? O.K. Georg den Anschein nach auch nicht. Kurzes schielen zu Tom und dir, bestätigen meinen Verdacht. Sie stellen kein Fragen, wissen wohl genau von all dem.
Haben sie den „Urlaub“ gewollt? Na, schön es täte uns allen gut.
Ohne weiter nachzufragen sitz ich da und höre einfach nur zu. Außer David redete kaum jemand. Jeder hängt seinen Gedanken nach, wie es den anscheint hat. David meint wir sollen uns Gedanken machen wo die Reiße hin gehen soll. Wir sollen ne Nacht drüber schlafen und morgen wird, wenn wir uns geeinigt haben, alles andere geklärt.
Schweigend verlassen wir das Zimmer und die Zwillinge sind von einer auf die andere Sekunde verschwunden. Verwundert schaue ich den Gang entlang, indem ich sie das letzte Mal gesehen habe. „Na endlich Urlaub“ freut sich Georg neben mir wie ein Honigkuchenpferd. „Wo wollen wir hin? Wie wär’s mit Ibiza“ meint er und seine Augen fangen an zu funkeln bei diesem Gedanken. „Georg, Urlaub. Wir sollen uns ausruhen“„Ja, eben dort gibt es heiße Weiber und mit ihnen kann man sich doch alle male entspannen“ zwinkert er versaut rüber. Ich verdrehe nur meine Augen und folge ihm zur Bar hinunter.

Wir sollen uns überlegen wohin…ja echt gute Frage. Mir fällt auf die schnelle nichts ein. Wo könnte man so richtig guten Urlaub machen? Grübelnd sitzen wir an der Bar.
„Griechenland“ ertönt eine mir bekannte Stimme. Einen kurzen Blick über die Schulter zeigt Tom der erfreut über seinen Einfall ist. Dass die ganzen Menschen hier in der Bar von seiner Idee ebenfalls erfahren haben, bemerkt er nicht. Gegenüber erkenne ich dich. Du sitzt da und fängst mit Tom an zu diskutieren.
Plötzlich spüre ich ein Ziehen an meinem linken Arm und sehe wie Georg mich mit sich schleift. Und ausgerechnet steuert er genau auf dich zu. Überrempelt darüber habe ich keine Chance mich zu wehren.
Nun da stehen wir. Wieder mal blickst du zu Boden und Tom mustert mich von oben bis unten. So wie er es immer bei seiner Beute macht und dies verursacht bei mir ein Unwohlesgefühl. „Glotz nicht so“ keife ich an und nach einem kühlen Blick seinerseits hört er auch damit auf. „Wie habt ihr David dazu gekriegt das wir Urlaub bekommen?“ fragt Georg und setzt sich zu Tom. Mir bleibt nichts anderes übrig als neben dir platzt zu nehmen, was dir ebenso unangenehm ist wie mir.
Bla…bla…bla… mehr verstehe ich aus deren Müder nicht. Tief in meinen Gedanken versunken und grübelnd über einige Dinge.
„Ich werd dann mal hoch gehen“ erhören meine Ohren deine traumhafte Stimme. Aber, du willst gehen? Immer noch nicht konnte ich mit dir, nach deiner Entschuldigung, reden. Mit Sicherheit bist du sehr enttäuscht, das ich noch nicht kam, aber wie den auch dank deinem ach so tollen Bruder. Schnell packe ich aus Reflex deine Hand und halte dich vom gehen ab. Überasch schaust du mich an. Meine Hand fängt an zu prickeln. Ach verdammt hört auf damit, ihr scheiß Gefühle.
„Äh…ich…können wir reden“ stottere ich zusammen und blicke in diene wunderschönen brauen Augen. Hilfesuchend schaust du zu Tom, der auch auf Anhieb reagiert.
„Ach das ist jetzt ganz schlecht. Bill und ich haben noch was vor. Ihr müsst ein anderes Mal reden“ Reißt mir Bills Hand aus die meine und verschwindet mit seinem Bruder in den nächsten Fahrstuhl. Was war das denn eben? Wieso suchst du Hilfe bei deinem Bruder? Du hast dich bei mir entschuldigt und jetzt wollte ich mich auch bei dir für mein Verhalten entschuldigen und du ergreifst die Flucht. Wie feige ist das denn! Ja, ja ihr habt was zu erledigen, das könnt ihr jemanden anderem erzählen, aber nicht mir. Es war nur eine Ausrede das sieht sogar ein Blinder.
„Was hat die den gebissen?“ stutzig schaut Georg der Staubwolken, die die Beiden hinterlassen haben, hinter her. Ich zucke nur mit den Schultern. Langsam aber sicher geht meine Geduld flöten. Kann man noch nicht mal ein normales Gespräch mit einem seiner Bandkollegen, dem man aus Überreaktion eine gescheuert hat, führen.
Was führen die Beiden im Schilde? Wieso entschuldigst du dich erst bei mir und wenn ich den zweiten Schritt machen will, ziehst du den Schwanz ein? Seufzend lasse ich mich auf die Lehne zurückfallen und fahre mit meinen Händen über mein Gesicht. Vielleicht ergibt sich ja eine Gelegenheit im Urlaub. Ich möchte das ein für alle mal aus der Welt schaffen und es soll wie früher werden. Wir waren doch die besten Freunde.

Einen weiteren Seufzer erspare ich mir und konzentriere mich ganz und gar auf unserem bevorstehenden Urlaub. Frei…keine Termine…einfach frei….Erst jetzt wird mir der Sinn des Wortes Urlaub wieder bewusst.

Doch wo hin….?

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