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Kapitel 14 (Ariean)

~Bills Sicht~

Vorsichtig pirsche ich mich an die Tür ran, lausche einmal kurz, denn man weiß ja nie, wer da einen so vor der Tür überrascht und durch ein Prüfen durch lauschen oder ähnliches, nicht gewisse Konflikte vermieden werden können. Man weiß ja nie, immer schön auf der Hut sein!

Wieder dieses Klopfen und ich sehe ein, es hat keinen Zweck sich ums Aufmachen zu drücken, ich muss mich meinem Feind stellen.

Ruckartig mache ich die Tür auf und kneife mir di Augen zu. Warum ich das mache, weiß ich nicht, aber ich irgendwie hab ich so das Gefühl, als würde meine gerade zwar etwas depressive, aber trotzdem noch angenehme Stimmung gleich dahin sein, willst du mich jetzt fertig machen, weil ich mich entschuldigt habe??

Ich blinzele und blicke einem fragend musternden Tom in die Augen. „Sag mal, was ist denn jetzt schon wieder mit dir los? Blendet dich meine Schönheit so, dass du die Augen schließen musst, oder hast du den Sensemann vor der Tür erwartet?? Jedenfalls will ich sowieso mal mit dir reden, allerdings nicht vor der Tür!“ Erleichtert und auch nicht erleichtert atme ich langsam aus. Puh, es ist nur Tom. OK, NUR Tom kann man nicht sagen, denn schließlich ist er mein Zwilling, aber wenigstens bist es nicht du. Nicht das ich vor dir Angst habe, aber ich weiß auch nicht… diese Gefühle, wenn du in der Nähe bist sind sehr verwirrend und unser Streit… ich weiß auch nicht, aber es war wie ein Stich ins Herz!

Aber nun steht ja Tom da, OK, er geht jetzt in mein Zimmer. Sein Blick ist ganz anders als sonst, so besorgt und doch irgendwie verletzt, hab ich noch wen außer dir niedergemacht, ohne das ich es mitbekommen habe?? Das wollte ich nicht!!

In mir nistet sich ein flaues Gefühl ein, ein Gefühl, was mich in den letzten paar Tagen sehr oft überfiel und meistens auch immer zu recht.

Ich schließe die Tür und gehe zu Tom, der es sich auf meinem Bett gemütlich gemacht hat und mich von unten nach oben schon wieder seltsam mustert. „Über was willst du denn reden, Brüderchen?“ versuche ich mich vorsichtshalber schon mal ein zu schleimen und es funktioniert. Einen kleinen Augenblick verschwindet die ernste Miene meines Zwillings und wandelt sich in ein Lächeln- aber auch nur einen kleinen Augenblick, dann schaut er mir wieder ernst und eindringend in die Augen.

„Bill, du bist in letzter Zeit so, na ja, so anders! Ich bin dein Zwilling, lüg mich bitte nicht an, ich merke doch das irgendwas nicht stimmt, sag es mir einfach, bitte!“ Super, mein Gefühl hatte Recht, ich hätte die Tür einfach zu lassen sollen, das wäre die einfachste Lösung gewesen und ich hätte nicht meinen Bruder am Hals!

Beschämt schaue ich zu Boden. Was soll ich jetzt machen? Soll ich Tom alles erzählen? Ja, sonst hab ich das auch immer, aber würde er mich verstehen, würde er mich noch als seinen Bruder-Zwilling akzeptieren, oder würde er in totale Wut ausbrechen? Na toll, dabei bin ich mir dem ganzen selber noch nicht bewusst und ich muss es gleich wem  beichten? Echt klasse… aber er ist mein Bruder, Zwilling, engster Anvertrauter, also los

„Was mit mir los ist… Ja äh, wie soll ich sagen…“ krampfhaft suche ich nach den richtigen Worten, doch egal welchen Weg des Suchens ich einschlage, mir will und will nix einfallen.

„Tom… ich kann nicht, ich weiß auch nicht was die letzte Zeit mit mir los ist… na gut, ich weiß es schon so in etwa, aber bei mir ist im Moment so ein durcheinander im Kopf, das muss ich erstmal selbst ordnen! Mal fühle ich mich total mies und hab Lust, alle an zu schreien- ohne Grund-, mahl bin ich total happy (ok, die letzten Tage nicht unbedingt). Man Tom, es ist fast so als ob ich schwanger wäre, bei meinen Gefühlsschwankungen, bei dem Chaos was in mir ist, tut mir leid… ich kann dir grade nix sagen!....... es tut mir leid…!“ gebe ich kleinlaut hinterher.

Wieder scheint mich mein Bruder zu mustern, doch anders. Sein Blick ist nicht mehr so ruhig und gelassen wie eben noch, nein, langsam sieht er aggressiv aus, was mir irgendwie angst macht. „Bill, wir sind Zwillinge, wir haben uns bisher ALLES anvertraut, jede noch so kleine Kleinigkeit, jede noch so große Schande und trotzdem vertraust du mir jetzt nicht? Ich habe alle Geheimnisse für mich behalten, ich war immer für dich da, was glaubst du kann das sein, was dich jetzt fertig macht, weswegen ich gleich ausrasten sollte? Bill, ich dachte du VERTRAUST mir!!“ seine Stimme kling gereizt, aber ich höre auch deutlich die unterdrückte Enttäuschung, die sich wohl langsam in im breit macht.

„Tut mir leid Tom, aber gerade kann ich echt nicht…“ „Ist es wegen Gustav?“ fragt er mich kühl und ich nicke leicht. „Hat er irgendwas gemacht oder so?“ deine Stimme klingt wieder ruhiger, doch wieder schüttle ich den Kopf. „WAS IST ES DANN; VERDAMMT?“ Ich zucke zusammen und mustere schuldbewusst den Boden. Tom, seh doch ein, ich kann gerade nicht!!

Eisernes Schweigen steht wieder mal  im Raum und macht mir jede Schult bewusst, die ich mit dem Verstoß gegen das Zwillingsgesetz, sich alles zu erzählen, breche. Ich glaube die Welt meint es wirklich nicht gut mit mir, warum sonst rutsche ich von einem Tief ins Nächste? Aber ich muss mich wohl mit meinem Schicksal abfinden, echt ein tolles Gefühl das zu müssen!

Wieder klopft es, doch ich rühre mich nicht und so beschließt Tom, seinen faulen Hintern zu bewegen. Bei dem was an der Tür geredet wird, höre ich nicht hin, kriege nur mit wie mein Bruder nicht gerade freundlich mit der Person umgeht, die wohl irgendwas von mir wollte. Auch egal, ich hab gerade ganz andere Sorgen, wie kann ich Tom gleich besänfti…

*WOM* mit einem lauten Krach fällt die Tür ins Schloss und Tom kommt wieder, dieses mal aber nicht wie eben mein Bett (wohlgemerkt beruhigend weißes Bett) ansteuernd, sondern mich…

Schon spüre ich, wie mir zwei Hände auf jeweils einer Schulter liegen. Gespannt warte ich, dass ich durchgeschüttelt werde und vielleicht damit sogar das chaos im Kopf etwas besser wird, - doch nichts. Immer noch liegen Toms Hände auf meinen Schultern, aber anscheinend hat er gar nicht vor, mich durch zu schütteln oder was Ähnliches zu machen.

Langsam schaue ich in sein Gesicht. Soll noch mal einer sagen, ich hätte Gefühlsschwankungen (OK, ich hab`s von mir selbst behauptet) aber Tom ist da keinen Deut besser. Erst ruhig, dann aggressiv, dann kühl, dann wieder ruhig… hoffen wir mal, das es jetzt bei ruhig bleibt!

„Ja, es hat was mit Gustav zu  tun, ich weiß auch nicht genau was los ist, aber… wenn er in der Nähe ist kibbelt alles, ich werde ganz schnell rot und finde ihn süß… hilf mir Tom, ich will das nicht!!!“ eine Träne kullert mir langsam übers Gesicht. Schon wieder weine ich, langsam wird es zur Gewohnheit, doch dieses Mal ist es anders als das letzte Mal. Dieses Mal spüre ich Tom, der mich zwar erst geschockt anstarrt, mich dann aber in den Arm nimmt. „Bill, das ist nur ne Phase, das geht wieder vorbei! Viele in deinem Alter haben das, mach dir keine Sorgen, das wird wieder!“ Beruhigend streicht er mir über den Rücken „Hoffentlich… hoffentlich!“ schluchze ich noch in Toms Pulli, bevor im mich leicht von ihm weg stoße und mir die Tränen weg wische. „Ich hoffe du hast recht, Tom!“ Ja, das hoffe ich, denn auch wenn dieses kribbeln ein sehr schönes Gefühl ist, im Zusammenhang mit dir will ich es nicht. Du, mein bester Freund… ich will nicht in dich verliebt sein!!!

„Danke!“ ich sehe meinem Zwilling noch mal an, bevor er mich an die Hand nimmt und raus schleift. Was hat er denn jetzt vor, wohin will er? 

Vor Davids Zimmer bleiben wir stehen und Tom klopft. „Ja, herein?“ hört man von drinnen rufen und ohne zu zögern macht Tom dies auch- mich im Schlepptau. Was wollen wir hier, er will mich doch nicht etwa verraten? Ich dachte er behält es für sich, sagt es keinem, so wie sonst auch, aber man kann sich ja auch irren. „Nein Tom, das ist gemein, sag es nicht!“  versuche ich ihn noch ab zu bringen, doch zu spät

„Wir brauchen Urlaub, ganz dringend!“ erschallt es laut durch den Raum, wärend ich mich versuche, hinter Tom zu verstecken…

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