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Kapitel 7(Tigerauge)

~Gustavs Sicht~

Jetzt mal ganz langsam. Wo bin ich? Und wer liegt neben mir? Das ist ganz sicher nicht die von gestern Abend. Egal wie besoffen ich auch war, an sie kann ich mich noch erinnern. Weiß dass sie blond war und die hier neben mir ist brünett. Wie bin ich zu ihr gekommen? Ich kann mich kein bisschen an den Abend erinnern. Wann war ich das letzte Mal so zu, dass ich nicht mehr weiß, wenn ich abgeschleppt habe? Oder hat sie mich abgeschleppt?
Wahhhh…wo bin ich bloß gelandet. Ich bin kein Typ für eine Nacht. Das war ich nie und wollte auch nie, aber jetzt….
Und außerdem hatte ich ja eigentlich vor nur zu flirten und jetzt liege ich nackt neben einer Unbekannten. Und…shit, shit, shit.!! Es ist zehn vor zehn. David erwartet uns um zehn Uhr. Aber jetzt schnell. Doch unauffällig. Ich will nicht dass sie aufwacht.
Ein Fuß nach dem Anderen aus dem Bett gesetzt suche ich unter dem Wäschehaufen meine Boxershorts. Das sind aber viele Klamotten für nur zwei Personen. Gefunden ziehe ich sie an. Mein Kopf hämmert so schlimm. Fühlt sich an, als ob ne Horde Elefanten darüber gelaufen wäre. Naja, dann wäre er jetzt matsch.
So leise wie möglich ziehe ich ein Kleidungsstück nach dem Anderen an. Blicke in letztes Mal, zu der mir Unbekannten Person und laufe Richtung Tür. Wo bin ich eigentlich? Wie komm ich zurück? Super, Handy nicht mal dabei. Klasse Gustav wenn man das Ding braucht vergisst du es. Ok, irgendwie werde ich den Weg zurück ins Hotel schon finden.
„Gustav wo willst du denn so schnell hin?“ ertönte eine Stimme hinter mir, ehe ich die Tür erreiche. Autsch…sie ist wach geworden. Langsam, sehr langsam, Roboter mäßig drehe ich mich um. Hä?? Momentmahl!! Das ist aber jetzt nicht die Brünette. Die Blonde steht vor mir. Nur mit Unterwäsche bekleidet. Hab ich mich vorhin versehen oder hab ich Hallus??
„Ähmm…ich…äh….“ Stottere ich wie ein blöder. „Hat es dir nicht mit mir und meiner Freundin gefallen?“ meint sie verführerisch und leckt sich über ihre Lippe. Oh, verdammt die macht mich ja echt heiß. Argh Gustav konzentrier dich und außerdem was meint sie bitte mit ihrer Freundin? Ich raff gerade gar nichts mehr. Was soll ich ihr den bitte antworten? Das ich mich an nichts mehr erinnern kann? Wäre ja zu peinlich. Ne Ausrede muss her, aber schnell. Du da oben bist mal wieder gefragt.

Elegant und leicht wie eine Elfe läuft sie auf mich zu. Geht einmal um mich herum und streift mit ihrer Hand über meinen Brustkorb. Ich muss schlucken. Die Reize einer Frau sind echt gemein. Sie wissen das und nutzen die vollkommen aus, um uns Männer den Kopf zu verdrehen. Im Moment ist mein Kopf nicht deswegen verdreht, sondern wegen der Tatsache, dass ich mich an nichts mehr erinnere.

Nun steht die Blondine wieder vor mir. Wie heißt die denn noch mal?? Ah, ich wusste es doch. Li…Li…irgendetwas mit Li. Lisa? Nein, das nicht. Li…es ist der Name einer Geldmarke. Li…Lira. Ja, genau so heißt sie. Gut Köpfchen, wenigstens das weißt du noch.
Na, toll und was fange ich jetzt mit ihrem Namen an? So in Gedanken versunken merke ich nicht, dass sich eine weitere Person nähert. Erst als sich jemand neben mich stellt, merke ich es. Die Brünette!! Dann habe ich mich ja doch nicht im Bett geirrt. Hatte keine Hallus! Es sind zwei verschiedene Mädels. Ne…hatte ich…ne…das glaube ich jetzt nicht. Gemeint war ein Dreier. Ich hatte einen Dreier. Nicht das ich die Regel nur flirten gebrochen habe, nein, sogar mit zwei Mädels gleichzeitig hatte ich anscheint Sex. Super.

Langsam komme ich mir unwohl vor. Jeder andere an meiner Stelle würde sich jetzt freuen, aber es gibt’s einige Gründe weshalb ich es nicht tue.

  1. Ich bin nicht der Typ für so was.
  2. Kann ich mich an nichts erinnern. Schön blöd.
  3. Wartet David auf mich und ich stehe immer noch hier und weiß nicht wie ich weg komme.
     

Die Beiden gehen einen Schritt zurück und fangen an sich zu küssen. Warum ist die Welt nur so ungerecht?? Wieso nur??
„Es tut mir leid aber…ähm…ich muss weg“ stammele ich ungewollt und versuche mich zusammen zu reißen.  Sie lösen sich voneinander und schauen wieder verführerisch. „Hast du es so eilig uns zu verlassen“ ertönte diesmal die Stimme der Brünetten.
„Ähm…nein…ich muss weiter…bin ja nur auf durchreiße“ Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. „Du musst weiter mit deiner Band“
Halt!! Stopp!! Kat!!
Sie weiß von der Band. Sie wusste die ganze Zeit von uns. Und hat so getan als ob sie mich nicht kennt! Wie dreist ist das denn. Nur um mich rumzukriegen! Ich komme mir hier so verarscht vor und zugleich auch Missbraucht. Nicht im Sinne von ungewollt. Aber so zu tun, als ob die nicht wüsste wer ich bin, ist das aller Letzte. 

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, reiße ich die Tür auf, gehe hinaus und schließe sie schleunigst hinter mir. Der nächste Knall. Ein verdattert aussehender Bill steht nur gute zwei Meter von mir entfernt im Flur.  „Was machst du denn hier?“ ist meine erste Frage. Er zeiht eine Augenbraue hoch. „Blöde Frage. Ich bin hier im Hotel, indem wir übernachtete haben. Wo denn sonst“ Oh! Gut so erspare ich mir das Suchen. Gleiches Hotel Zufall oder nicht?  „Und was machst du  DA?“ Das da betont er besonders und deutet mit einer Kopfbewegung zur Tür. In mir kommt Nervosität auf. Wieso?? Keine Ahnung. Soll ich dir sagen was ich da getrieben habe oder besser nicht? Irgendwie kommt es mir falsch vor. Wie als hätte ich dich betrogen. Wieso betrogen? Hallo, ich bin doch nicht mit ihm zusammen. Er ist NUR ein Freund und ein Bandkollege, mehr nicht. Doch wieso nur kommt es mir so falsch vor? Früher hätte ich darüber geprallt, doch jetzt. Früher, ja früher war alles noch anders.

Leicht panisch schaue ich immer wieder von der Tür und dann wieder zu ihm. „Ich….naja…ich…“  „Schon gut du brauchst mir nichts zu sagen. Kann’s mir vorstellen“ unterbrichst du mich und schaust enttäuscht aus. Enttäuscht?? Gustav du irrst dich. Du hast Hallus!! Keine Ahnung was die Beiden mit mir letzte Nacht alles gemacht haben, aber klar denken kann ich nicht mehr.
„Komm lass uns gehen. Wir sind spät dran. David wird sauer sein“  Du läufst an mir vorbei und fügst noch hinzu „Du solltest aber vorher noch dein T-Shirt richtig rum anziehen“
Kopf rot!! Vollkommen rot!! Heiß! Heiß!! Peinlich!!
Schnell verbessere ich diesen Fehler und folge ihm wortlos.

Nach ein paar Stufen und nen Stückchen Flur, kommen wir unten an. Es ist mittlerweile halb elf und ich hab noch nicht mal meine Sachen gepackt. Das gibt ärger. Jetzt sehen wir den Rest der Truppe schon unten in der Lobby warten. Samt Taschen! Und dort steht auch David. Noch hat er uns nicht gesehen. Ein Blick zu Bill, zeigt dass du nicht sonderlich Angst über Davids Reaktion hast.
„Da bist du ja endlich Gustav!“ kommt es gereizt von David. „Ich hab doch gestern gesagt dass wir uns um 10 Uhr treffen und ich dachte du würdest dich daran halten.“ Schreit er schon fast, „Wo warst du eigentlich? Ich habe Bill geschickt um dich zu suchen“ Deswegen hat es dich nicht gejuckt wie er reagieren wird. Schön blöd von mir, deine Sachen stehen ja auch schon hier.
Einmal durch die Runde geschaut bleibt mein Blick bei Georg und Tom hängen, die über beide Ohren grinsen. 
„Unser Juschtel hier. Hatte die letzte Nacht wohl viel Spaß“ kommt es chekermäßig von einem gewissen Tom. Er deutet bei sich selbst auf den Hals. Er will mir wohl so klar machen, das ich da was habe. Reflexartig greife ich mir an den Hals. Nehme sie wieder weg und schaue sie mir an und siehe da…Lippenstift! Schnell wische ich den Rest vom Hals. „Das hätten wir ja nicht gedacht von unserem Gusti“ giggelt Georg. David schüttelt verständnislos den Kopf. Bill schaut sauer zu Boden. Wieso tut es weh dich so zu sehen? Habe ich dich irgendwie verletzt oder sauer gemacht? Womit denn? Klar denken ist Moment bei mir nicht angesagt.  „Hohl deine Sachen und dann könne wir endlich weiter gehen. Sind schon spät dran. Also schnell“ scheucht mich David davon.

Im Zimmer packe ich geistesabwesend meinen Kram in die Tasche. Ich würde mich zu gern an den Abend und die Nacht erinnern. Nicht schön, wenn man einen Filmries hat. Am liebsten würde ich jetzt noch mal Duschen, aber dafür ist keine Zeit. Fertig gepackt greife ich die Sachen und gehe zur Lobby. Dort erwarten mich schon zwei Männer in schwarz, die mich heil zum Van bringen sollen. Im Van setzte ich mich auf den freien Platz. Komischer weiße hat sich Bill nach hinten gesetzt und starrt aus dem Fenster. Meistens sitzen wir beide nebeneinander. Wir verstehen uns bestens und er ist einfach mein bester Freund geworden, aber momentan ist alles komisch. Seufzend lasse ich mich neben einem grinsenden Georg nieder und die Fahrt beginnt.

Auf der ganzen Fahrt über wollen Tom und Georg die ganze Zeit wissen, was denn letzte Nacht so ging. Ich schweige. Immerhin weiß ich es ja selbst nicht und ihnen etwas vor zu lügen will ich nicht.

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